Auf den Spuren des Osterhasen

Zu Ostern haben Hasen Hochsaison. Ob zum Naschen aus Schokolade oder als Lieferanten für die bunten Ostereier, obwohl der Hase selbst natürlich keine Eier legt. Ostern wird im Frühling gefeiert und ist das Fest der Auferstehung und der Beginn von neuem Leben. Der Frühling ist auch die Jahreszeit, in der die Natur erwacht und neues Leben entsteht. Der Feldhase gilt in vielen Ländern als einer der ersten Frühlingsboten und ist ein Fruchtbarkeitssymbol. Gerade jetzt, wenn es wieder wärmer wird, sind die Hasen wieder vermehrt unterwegs. Da Felder und Gräser derzeit noch nicht so hoch sind, hat man gute Chancen, die Tiere in der freien Natur zu sehen.

So geht‘s dem Osterhasen

Obwohl Feldhasen sich rasch vermehren können, sind sie in Oberösterreich nicht mehr so häufig anzutreffen wie noch vor einigen Jahrzehnten. Die Gründe dafür sind vielfältig. Einerseits haben sie viele natürliche Feinde. Vor allem für Füchse, Marder, Katzen, Krähen und Elstern aber auch Mäusebussarde und Habichte sind besonders junge Feldhasen ein gefundenes Fressen. Andererseits hat auch der Verlust und die Zerschneidung von Lebensräumen, die Intensivierung der Landwirtschaft sowie das erhöhte Verkehrsaufkommen zur rückläufigen Hasenpopulation beigetragen. So hat der Straßenverkehr vergangenes Jahr in Oberösterreich knapp 6700 Feldhasen das Leben gekostet. Bei dieser Statistik sind jedoch nur die gemeldeten Fälle erfasst. Die Dunkelziffer ist weit höher.

Die Häsin setzt im Laufe eines Jahres von Februar bis September etwa neun bis 16 Junge, wobei die Junghasen-sterblichkeit sehr hoch ist. Besonders nasskaltes Wetter im Frühjahr setzt den Jungtieren stark zu.

„Die Jagd, die so oft mit der Reduktion der Hasenbestände in Zusammenhang gebracht wird, hatte bzw. hat nur wenig Einfluss darauf. In einigen Jagden wurde auf die Bejagung des Hasen verzichtet und trotzdem ging der Bestand weiter zurück“, sagt Christopher Böck, Wildbiologe und Geschäftsführer des OÖ. Landesjagdverbandes. Der verantwortungsvolle Jäger von heute müsse wissen, wieviel Tiere er dem Bestand entnehmen könne, ohne ihn zu schädigen. Fördern müsse er ihn mit Lebensraumverbesserungsmaßnahmen sowie der Bejagung von Raubwild und Raubzeug auf jeden Fall.

Dem Osterhasen auf die Sprünge helfen

In Oberösterreich werde in fast allen Gebieten etwas für den Feldhasenbestand getan. Meist geschieht dies auf Initiative der Jäger. Landwirte werden mit Saatgut versorgt, um Nahrung und Deckung für den Hasen anzubauen. „Um den Lebensraum für die Hasen wieder zu verbessern, arbeiten viele Jäger eng mit Bauern und Grundbesitzern zusammen. Dies geschieht beispielsweise durch das Anlegen von Wildäckern und Hecken“, erklärt Agrarlandesrat Max Hiegelsberger.

Auch die Bevölkerung kann dazu beitragen, dass sich der Osterhase wohlfühlt. „Störungen sollten vermieden werden. Das heißt, nicht querfeldein spazieren gehen, Hunde nicht in Wiesen, Wälder oder Felder frei laufen lassen und Katzen in den Abend- und Nachtstunden nicht ins Freie lassen. Wer junge Feldhasen entdeckt, sollte diese unbedingt unberührt liegen lassen“, gibt Böck Tipps, wie man dem Osterhasen auf die Sprünge helfen kann.

Lebensweise Feldhasen sind Einzelgänger und dämmerungs- und nachtaktiv. Sie besitzen keinen Bau, sondern ruhen tagsüber in einer Mulde (Sasse). Die Jungen des Hasen sind Nestflüchter und schon bei der Geburt weit entwickelt. Der Feldhase flüchtet trotz ständigen Sichtkontakts mit Räuber oder Jäger erst auf etwa drei Meter Entfernung. Er vertraut dabei seiner Tarnfarbe und Schnelligkeit. Auf der Flucht vor Feinden kann er bis zu vier Meter weit springen. Das rasche Richtungswechseln zwischen den Sprüngen nennt man „Haken schlagen“. Nahrungsgrundlage stellen das ganze Jahr über Wildgräser, Wurzeln, Früchte, Beeren, Pilze, Knospen, Kräuter und gerne auch die Rinde von Bäumen dar. Die Lebenserwartung eines Feldhasen beträgt zirka zwölf Jahre.

Konsumentenzeitung Lust aufs Land, 15.03.2016

Bildquellen

  • Hase: Norbert Mayr

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