Dem Wohnraum geht ein Licht auf

Licht ist ein Allroundtalent, das Atmosphäre schafft. Es regt an, kann beruhigen und entspannen, ist vielseitig einsetzbar und emotional wirksam. Eine helle, gut durchdachte Beleuchtung ist ein wichtiger Beitrag für das Wohlfühlambiente in den eigenen vier Wänden. Doch mehr Lebensqualität durch das richtige Licht setzt mehr voraus als einen schönen Lampenschirm. Jeder einzelne Raum, jede einzelne Nische stellt bestimmte Anforderungen an die Beleuchtung. „Die Planung im Vorfeld, gemeinsam mit dem Innenarchitekten oder Einrichter, ist das Um und Auf. Es braucht einfach ein gut durchdachtes Konzept dahinter“, betont Horst Reiter, der beim Großhändler für Beleuchtungskörper „Molto Luce“ als Schauraumleiter in Wels tätig ist. Denn ein gut durchdachtes Beleuchtungskonzept bringt das Licht genau dort hin, wo es gebraucht wird. Besonders jetzt wo die Tage wieder kürzer werden, kommt der Wert eines gezielten Lichtdesigns verstärkt zum Tragen.

Planung erspart Nachbesserungen

Oftmals gerät die Sache mit dem Licht in den Hintergrund. Sich vorab Gedanken zu machen zahlt sich aber jedenfalls aus. „Optimalerweise wird die Lichtplanung bereits beim Bau oder der Renovierung berücksichtigt“, erklärt Reiter. So bleiben einem spätere Enttäuschungen und kostspielige Nachbesserungen erspart. Steckdosen und Stromanschlüsse sind genau dort, wo sie später gebraucht werden. Verlängerungskabel quer durchs Wohnzimmer oder entlang von Wänden werden so vermieden.

Ideal sind mehrere Lichtquellen

Je nach Kontrast, Lichtfarbe oder Helligkeit entfaltet das Licht eine völlig andere Wirkung. Es braucht ein ausgewogenes Verhältnis zwischen kontrastarmer und kontrastreicher Beleuchtung. Ein Raum, der mit mehreren Lichtquellen bestückt ist, erhält eine Struktur. Licht und Schatten verleihen ihm Tiefe, zudem können einzelne Bereiche individuell in Szene gesetzt werden. Hierfür bietet sich eine Kombination aus Hintergrundbeleuchtung, Akzentlicht und Arbeitsbeleuchtung an.

Für die Hintergrundbeleuchtung nimmt man am besten eine Deckenleuchte oder einen Fluter, die im Idealfall dimmbar sind, um die Helligkeit zu regulieren. „Generell wird im Wohnraum viel indirekte Beleuchtung eingesetzt“, so der Schauraumleiter von Molto Luce. Es ist kontrastarm, weich und blendet nicht. Das Licht verteilt sich relativ gleichmäßig über den Raum und wirft kaum Schatten.

An Orten, bei denen Konzentration gefordert ist, wie beispielsweise beim Lesen auf der Couch oder bei Tätigkeiten am Schreibtisch oder in der Küche, braucht es eine Arbeitsbeleuchtung. Stehleuchten oder Strahler sind perfekt, um solch ein kontrastreiches und zielgerichtetes Licht zu schaffen.

Ein ausschließlich weich ausgeleuchteter Raum wirkt jedoch schnell langweilig und eindimensional. Eine punktuelle Beleuchtung sorgt für Abwechslung. Hier kommt das Akzentlicht zum Tragen, dass den Blick auf besonders schöne Details wie beispielsweise Möbel oder Kunstgegenstände lenkt. Dadurch wird ein Zimmer zusätzlich belebt.

Warmes Licht wirkt gemütlich

Der Lampenmarkt bietet von der Retro-Designerlampe bis hin zum luxuriösen Kronleuchter derzeit einfach alles, was das Einrichtungsherz begehrt. Doch nicht nur die Wahl der passenden Lampe, sondern auch die richtige Lichtfarbe ist entscheidend. „Im Wohnraum versucht man sich zwischen 2700 und 3000 Kelvin zu bewegen“, erklärt Lichtexperte Reiter. Dies sorgt für ein gemütliches, warmweißes Licht, das besonders gut für das Wohn- oder Schlafzimmer geeignet ist. „Bei allem was darüber geht, wird das Licht kälter, sprich blauer. Im Wohnbereich will man sich wohlfühlen. Dazu musss man eine angenehme Atmosphäre schaffen. Das gelingt mit einem warmen Licht viel besser als mit einem Kalten“, so Reiter. Der Trend gehe auch hier immer mehr hin zu LED, mit dem man mittlerweile auch schon sehr warmes und angenehmes Licht erzeugen kann. Am Schreibtisch sollten Lampen mit etwa 5000 Kelvin zum Einsatz kommen. Tageslichtweiß hat einen Wert von 6000 Kelvin, es eignet sich am besten im Arbeitsbereich der Küche – wird aber auch im Badezimmer über dem Spiegel gerne genutzt.

Gezielt eingesetzt, lassen sich mit der passenden Innenbeleuchtung zudem auch Energie sparen und somit die Kosten senken.

Konsumentenausgabe, 30.8.2016

Bildquellen

  • Wohnraum: Fotolia - pgottschalk

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