Draußen spielen

Bewegung – Spielideen von einst regen Kinder dazu an, die Freizeit wieder mehr vor der Haustür zu verbringen. Das heißt dann auch Pause für Handy, Computer und Fernseher.

Übergewichtige Kinder, die sich ungesund ernähren und sich anstatt draußen zu bewegen lieber drinnen mit digitalen Medien beschäftigen: Es ist kein gutes Bild, das manche Studien und Statistiken von der Lebenswelt der Kinder zeichnen. Tatsache ist, dass ein Zuviel an Smartphone, Computer, Tablet und Fernseher sowie ein Zuwenig an Bewegung eine ungesunde Kombination ist. Im Vergleich zu früheren Generationen verbringen viele Kinder heute zu wenig Zeit in der Natur.

Freizeit sollte sich viel im Freien abspielen

Noch vor ein bis zwei Generationen spielte sich Freizeit auch tatsächlich viel im Freien ab. Die Natur wurde zum Spielplatz gemacht und gemeinsam mit anderen Kindern wurden Spiele gespielt, die viele heute gar nicht mehr kennen. Die Bäuerinnen im OÖ Bauernbund haben sich schon vor Jahren dieser Thematik angenommen. Um sinnvolle Alternativen zum steigenden Medienkonsum aufzuzeigen, wurden immer wieder Spielideen für drinnen und draußen gesammelt sowie Ideen für „Naturspürnasen“ aufgezeigt. In der aktuellen Broschüre „Der Natur auf der Spur“ (siehe Infokasten unten) können sich Kinder und ihre Eltern Anregungen für eine erlebnisreiche Freizeit vor der Haustür holen. „Mit dieser Broschüre möchten wir unsere Begeisterung für die Vielfalt der Natur weitergeben. Spielen im Freien und in der Gruppe fördert die Fähigkeiten der Kinder und ist Anregung für mehr Bewegung“, sagt Landesbäuerin Annemarie Brunner.

Kinder brauchen die Möglichkeit, ihrem natürlichen Drang nach Bewegung nachzukommen. Und sie brauchen das Spiel, um zu lernen. Findet beides im Freien statt, profitieren Kinder und ihre Eltern davon. Bewegung macht Kinder motorisch fitter, konzentrierter, sozialer und selbstbewusster. Auch die Basissinne der Wahrnehmung werden durch Bewegung gefördert. Beim Herumtollen, Fangenspielen, Balancieren, Hüpfen und Matschen im Freien machen Kinder die wichtigsten Erfahrungen.

Motorische Prozesse verbessern die Hirnleistung

Bewegung regt die Gehirntätigkeit an und unterstützt Nervenzellen im Gehirn dabei, sich mit anderen Nervenzellen zu verbinden. Bewegung lässt die beiden Gehirnhälften enger zusammenarbeiten. Die Merk- und Konzentrationsfähigkeit hängt unmittelbar von der körperlichen Verfassung ab. „Lernen und Bewegung sind eng miteinander verknüpft. Wer sich viel bewegt, bringt in der Schule bessere Leistungen“, sagt Marion Wilscher aus Perg. Ein Argument, das die Familienmentorin und Pädagogin gerne vorbringt, wenn es darum geht, Eltern die Vorteile von Spiel und Bewegung in der Natur aufzuzählen. „Wenn es um den Schulerfolg geht, dann haben alle Eltern offene Ohren.“ Die motorische Entwicklung solle daher stets im Vordergrund stehen. „Die einfachsten Dinge wie zum Beispiel auf einem Bein stehen oder hüpfen, rückwärts gehen oder balancieren sind das Fundament, auf das sich schulische Leistungen erst aufbauen lassen“, sagt Marion Wilscher.

Kindern die Offline-Welt schmackhaft machen

Wichtig ist auch die Vorbildwirkung der Eltern. „Wenn Eltern die Natur mögen, aktiv sind und das vorleben, ist das auch für die Kinder selbstverständlich“, sagt die Familienmentorin und Pädagogin. Vielen Eltern sei einfach nicht bewusst, wie wichtig ihr eigenes Verhalten ist. Spielen Fernseher, Handy und Computer eine Hauptrolle im Leben der Eltern, so wird auch die nächste Generation diese Medien verstärkt konsumieren.

Konsumentenzeitung, 28.03.2017

Bildquellen

  • Kinder: Fotolia - shmel

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