E-Motorräder: In der Ruhe liegt der Saft

Auch die Motorradbranche beschäftigt sich schon seit geraumer Zeit mit der Elektromobilität. Genau wie in der Automobilindustrie sind auch hier nicht die etab­lierten Marken die Vorreiter der Technologie. Jeder namhafte Hersteller habe sich zwar damit beschäftigt und elektrische Fahrzeuge in der Enwicklungsabteilung stehen, warum die Produkte jedoch nur zögerlich auf den Markt gebracht werden, ist selbst Steffan Kerbl, Leiter der Testabteilung beim ÖAMTC, ein Rätsel: „Entweder haben sie Bedenken, dass dann keiner mehr ein herkömmliches Fahrzeug kauft, oder sie bringen es nicht so gut zusammen und fürchten dadurch ihr Image zu zerstören.“ Für ihn ist diese Entwicklung jedoch ärgerlich, da es seiner Ansicht nach problemlos möglich wäre Zweiräder bis zur 125er- Klasse problemlos voll zu elektrifizieren.

Alles steht und fällt mit dem Akku

So ist es anderen Herstellern vorbehalten gewesen den Weg zu ebnen. Einer davon ist der Oberösterreicher Johann Hammerschmid aus Bad Leonfelden. Sein Johammer“ besticht durch ein futuristisch anmutendes Design. Er leistet 16 Kilowatt und ist mit einem bezinbetriebenen 125er vergleichbar. Beinahe lautlos aber gewiss emissionslos kann man damit durch die Gegend kurven.

„Der Trend zur Nachhaltigkeit ist eine Sehnsucht der Menschen, weil das in letzter Zeit verloren gegangen ist“, so Hammerschmid. Er ist davon überzeugt, dass in Zukunft immer mehr Fahrzeuge auf den Straßen unter Strom stehen werden. Bis es jedoch bei den Motorrädern in größerem Stil so weit ist, kann es noch dauern. Laut Kerbl steht und fällt alles mit der Akkutechnologie. Zu viel Gewicht führt zu einem schlechten Fahrverhalten. Zudem sind die derzeit verwendeten Lithium-Ionen-Akkuzellen sehr teuer und daran werde sich so schnell auch nichts ändern: „Die Hälfte des Produktpreises entfällt auf den Akku. Obendrein ist dieser auch noch ein Verschleißteil.“

Keine Förderungen für E-Motorräder

Erschwerend komme hinzu, dass es dafür keine Förderungen gibt, da Motorräder nicht das große Problem bei der Schadstoffverursachung sind.

„Ohne gesetzlichen Druck wird hier so schnell nichts passieren. Wenn man elektrisch angetriebene Fahrzeuge will, muss man Begleitmaßnahmen setzen. Derzeit tut der Gesetzgeber jedoch nichts in diesem Bereich“, so Kerbl. Auch Hammerschmid bedauert diesen Umstand und erklärt: „Neben den technischen Voraussetzungen und den Grenzen muss sich auch das Konsumverhalten gleichermaßen verändern. Es geht um einen anderen Umgang mit den Ressourcen und darum, dass sich der Konsument mit Energie auseinandersetzt und vielleicht auch selbst Energie erzeugt.“

Konsumentenausgabe Lust aufs Land, 7.6.2016

Bildquellen

  • E-Motorrad: Johammer e-mobility GmbH

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