Eine Kindheit voller Lachen und Heiterkeit

Kinder können mehr als die meisten Erwachsenen ihnen zutrauen“, so Sophia Bolzano, Bewegungs- und Sportwissenschafterin sowie Entwicklerin von „Mut tut gut“, einem offenen Bewegungskonzept zur Steigerung der Eigenverantwortung, Selbstständigkeit und Motorik von Kindern. Kinder brauchen die Möglichkeit ohne vorgegebener Strukturen Dinge auszuprobieren. Dadurch würden Kompetenzen wie Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen, realistische Selbst- und Risikoeinschätzung sowie Eigenverantwortung gestärkt werden. Daneben verbessern sich die Kontakt- und Kooperationsfähigkeit sowie die motorischen Fähigkeiten. Ihr kreativer Sinn wird erweitert, sie sind entspannter und fühlen sich wohl.

Der Kindheit Platz lassen

„Viele Eltern schaffen es heute nicht mehr, ihre Kontrolle abzugeben. Sie sind zu überängstlich. Das macht viel kaputt und beeinträchtigt die Entwicklung des Kindes“, so Bolzano. Sie sieht darin eine Gefahr für die Zukunft. Unselbstständigkeit, Unselbstbewusstsein und Ängstlichkeit können die Folgen sein. Kinder dürfen nichts mehr ausprobieren, nicht mehr schmutzig sein, nicht hinfallen. „Wenn ein Kind nicht selbstständig auf einen Baum klettern kann, kommt es auch nicht mehr alleine runter“, so die Bewegungswissenschafterin.

Neben dieser totalen Kontrolle sei in der Gesellschaft die Vorstellung zu beobachten, alles besitzen und erlebt haben zu müssen. Computer, Handy, Gameboys verdrängen Momente, in denen Kinder in der Gemeinschaft oder auch alleine Zeit fürs Spiel – auch ohne Aufsicht – haben. Bolzano: „Kindheit muss Platz haben.“ Es müsse auch nicht immer volles Programm geboten werden. „Aus Langeweile entsteht oft Kreativität.“

Beim Spiel gehört die Gemeinschaft, mal mehr und mal weniger dazu, denn Menschen sind „Gruppentiere“. Wichtig dabei: Kinder brauchen Gatsch. Das Angreifen und Spüren unterschiedlichster Materialien, wie Steine, Holz oder auch Schlamm, prägt die Sinneswahrnehmung. Kinder sollen selbst entdecken, was man aus dem Vorhandenen machen und entwickeln kann. Die von Erwachsenen vorgefertigte Umwelt sei nicht negativ zu bewerten, würde Kindern jedoch gleichzeitig erneut Grenzen setzen. Bolzano rädt daher: „Eltern sollten sich immer fragen, ob sie ihre Kinder glücklich machen oder ob sie ihre eigenen Wünsche befriedigen wollen.“ Und so ist klar: Mut tut gut – Kindern sowie Erwachsenen.

Konsumentenzeitung Lust aufs Land, 27.8.2013

Bildquellen

  • Junge: Fotolia - Dmitry Naumov

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