Erst das Eis macht den Sommer richtig gut

Genießen – Wenn die Temperaturen an der 30-Grad-Marke kratzen und kurze Hosen die langen ersetzen, ist der Sommer da? Nein, eines fehlt dann noch zum Glück: Das heißgeliebte Eis.

Was erfreut uns in der glühenden Hitze im Urlaub, nach getaner Arbeit im Garten oder als kühle Pause im Büro mehr als ein kühlendes Eis? Genau 65 Kugeln davon isst der Österreicher pro Jahr.

Erfunden haben das Eis vermutlich die Chinesen. Das Speiseeis war aber auch in der europäischen Antike bekannt. Der griechische Dichter Somonides von Keos beschreibt es ca. 500 v. Chr. als aus Gletscherschnee mit Zutaten wie Früchten, Honig oder Rosenwasser bestehend. Hippokrates soll seinen Patienten das Speiseeis gar als Schmerzmittel verschrieben haben. Auf den Stiel kam das Eis durch Zufall: Der elfjährige Frank Epperson aus San Francisco soll sich in einer Winternacht im Jahr 1905 eine Limonade gemischt und mit einem Stäbchen umgerührt haben. Zur Abkühlung stellte er sie auf die Fensterbank, wo er sie vergaß. Über Nacht gefror die Limonade und Epperson merkte, dass man sie nun vom Stiel schlecken konnte.

Die Lieblinge der Österreicher

Recht traditionell geht es bei den Lieblingseissorten der Österreicher zu. Schoko, Vanille und Erdbeere bilden das unangefochtene Trio. Auf Platz eins kann sich heuer nach mehreren „Vanille-Siegen“ die Schokolade behaupten. Sie verweist die Vanille auf Platz zwei und Erdbeere auf Platz drei. Dahinter reihen sich Haselnuss, Stracciatella und Karamell ein. Die Sorten Cookies, Pistazie, Mango und Apfel runden das Topsegment ab. Gemacht wird dieses Ranking von der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), die dazu die heimischen Eissalons nach den Verkaufsschlagern befragt. Neben den Klassikern entwickeln viele Salons eigene Kreationen. „Eis wird immer mehr zum kulinarischen Erlebnis“, sagt Silvio Molin-Pradel, der Branchensprecher der heimischen Eissalons in der WKÖ. Eissorten mit Safran oder Chili, mit Spargel oder Ziegenkäse, Gurke, Roter Rübe oder gar Parmesan und Essig haben es in die Eisdielen geschafft. Die Variationen sind schier unerschöpflich und findige Eismacher lassen sich jeden Sommer neue Kreationen einfallen, um die eishungrigen Konsumenten zu geschmacklichen Experimenten zu verführen.

Eis ist nicht gleich Eis

Und auch wenn Eis in der Hitze des Sommers irgendwie immer schmeckt, lohnt auch ein Blick ins Innere der Kugel. Denn die Zutaten mancher Eiserzeuger könnten einem eventuell den Geschmack verderben. Eis­pulver wird mit Wasser vermischt, jede Menge Luft eingeschlagen und schon lockt es in allen Farben zum Kauf. Milch oder frische Früchte hat solches Eis nie gesehen. Wie gut, dass es da auch Eismacher gibt, die Wert auf natürliche Herstellung legen. Wie zum Beispiel Andreas Resch in Steyr. In sein Buburuza Eis kommen keine künstlichen Emulgatoren hinein. Sein Geheimnis: „Viel von dem hinein, was hineingehört, und das in hoher Qualität“, sagt Resch. Also viel Frucht ins Fruchteis, viel Schoko ins Schokoeis und Milch vom Bauern aus der Region.

Und – ja doch (um das vorhin Geschriebene zu relativieren): Es ist nicht nur das bessere Gefühl beim Genuss von „natürlichem Eis“, man schmeckt den Unterschied auch.

Bildquellen

  • Eis: Lust aufs Land / Pichler