Königin des Gemüses macht rundum gesund

„Hat sieben Häut, quält alle Leut“. Dieser alte Kinderreim tut der Zwiebel unrecht. Die ausgezeichnete Würze und die positive Wirkung auf die Gesundheit entschädigt für Tränen beim Schneiden und den intensiven Geruch. Die Bezeichnung „Königin des Gemüses“ verdient die Knolle allemal.

Viele kennen beim Schneiden von Zwiebeln die tränenden Augen. Ätherische Öle reizen die Schleimhäute und verursachen ein Brennen in den Augen. Jedoch sind diese Öle für viele gesundheitsfördernde Wirkungen verantwortlich: Sie wirken antibakteriell, schleimlösend und entzündungshemmend. Mit Quercetin enthalten Zwiebel einen Wirkstoff, der den Blutdruck senkt, Entzündungen hemmt und das Cholesterin reguliert. Neue Studien zeigen, dass Zwiebel darüber hinaus vor Diabetes schützen. In die gleiche Richtung lenkt der Zwiebelinhaltsstoff Glukonin, der blutzuckersenkend wirkt. Gute Nachricht auch für die Zeit nach den Weihnachtskekserln. Die Schärfe der Zwiebel macht die Knolle zu einem Fettverbrenner. Grund ist der hohe Gehalt der Schwefelverbindung Isoalliin. Diese aktiviert Aminosäuren, welche Fettpölsterchen reduzieren.

Zwiebel ist nicht gleich Zwiebel

Oberösterreichs Gemüsebauern können eine Vielzahl an Zwiebelarten anbieten. Der klassisch gelbe Speisezwiebel ist würzig und scharf. Die rote Zwiebel ist würzig, ohne scharf zu sein. Die Frühlings- oder Bundzwiebel ist besonders mild und fein im Geschmack und kann auch roh genossen werden. Das Grün der Frühlingszwiebel dient als Ersatz für Schnittlauch und verleiht den Gerichten einen zarten Lauchgeschmack. Die Königin des Zwiebels ist die Schalottenzwiebel. Sie ist klein und meist sitzen mehrere Zehen unter einem dünnen Häutchen. Sie ist würziger, jedoch sehr mild. Schalotten sollte man daher langsam und bei schwacher Hitze dünsten, sie werden sonst bitter. Roh gegessen kommt ihr außergewöhnliches Aroma zur Geltung. Seltener findet man die Bananenzwiebel. Sie hat ein bananenähnliches Aussehen. Sie ist ähnlich scharf und würzig wie die normale Küchenzwiebel. Beim Schneiden entstehen jedoch schöne, kreisrunde Zwiebel-Ringe. Daher ist sie besonders geeignet für Salate und zum Garnieren. Bei Gratins und Aufläufen sind sie ein optischer und geschmackvoller Aufputz. Auch zum Anbraten ist die Bananenzwiebel gut geeignet.

Zwiebel schneiden statt hacken

Beim Zwiebelschneiden sollte auf das gute alte Messer zurückgegriffen werden. Beim Hacken wird die Zwiebel durch den intensiven Druck leicht zerquetscht. Die ätherischen Öle entweichen und die Zwiebel nimmt einen bitteren Geschmack an. Mit einem perfekt geschliffenen Messer ist dieser Druck viel geringer und das Aroma geht nicht verloren. Geschnittener Zwiebel soll sofort verarbeitet werden, ansonsten wird er bitter und verliert an Geschmack. Angeschnittene Zwiebel sind ein bis zwei Tage im Kühlschrank haltbar. Am besten wickelt man die Zwiebel in eine Klarsichtfolie oder gibt diese in einen Kunststoffbehälter. Alufolien sind für die Lagerung nicht geeignet.
Als Tipp gegen brennende Augen beim Zwiebelschneiden: Die Zwiebel zehn Minuten lang in das Tiefkühlfach legen oder Messer, Zwiebel und Schneidbrett mit kaltem Wasser abspülen.

Bei Erkältung

Eine schnelle Hilfe bei einer Erkältung ist Zwiebelsaft: Eine Zwiebel ganz fein hacken, fünf Minuten stehen lassen, danach mit 100 ml heißem Wasser übergießen. 20 Minuten ziehen lassen und drei Esslöffel Honig unterrühren.

Konsumentenzeitung Lust aufs Land, 25.11.2014, Manfred Schauer, Obmann der Erzeugergemeinschaft Eferdinger Landl-Erdäpfel

Bildquellen

  • Zwiebeln: Fotolia – Printemps

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