Nicht nur Hühner schlüpfen aus dem Ei

Ostern steht vor der Tür und damit hat das Ei bald wieder Hochsaison. Gekocht und gefärbt ist es nicht nur optisch ein Hingucker, sondern auch am Frühstücks- oder Jausentisch begehrt. Eier sind in der Küche beliebt, weil sie vielseitig verwendbar, gut lagerfähig und reich an hochwertigem Eiweiß sind.

Das Hühnerei ist das Konsum-Ei Nummer eins – nicht nur in Österreich, sondern weltweit. Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt hierzulande bei 234 Eiern jährlich. „Allein in der Osterzeit werden in Oberösterreich etwa zwölf Millionen Eier verzehrt“, sagt Martin Mayringer, Geflügelexperte der Landwirtschaftskammer Oberösterreich.

Mittlerweile hat sich in Österreich auch das Wachtelei als Konsum-Ei eingebürgert. Die kleinen Eier mit der braun gesprenkelten Schale wiegen zehn bis zwölf Gramm und sind nun auch im Handel erhältlich, zur Osterzeit auch in der gekochten und gefärbten Variante. Wachteleier gelten als Delikatesse und werden gerne in der gehobenen Küche verwendet. „Sie sind ein Hingucker bei jedem Büffet“, sagt Mayringer. Ihr Marktanteil ist dennoch verschwindend gering, er liegt bei 0,05 Prozent. In St. Georgen im Attergau steht übrigens Österreichs einziger Wachtelstall. Über „Die Eiermacher“ aus Kremsmünster werden die Wachteleier im Handel vermarktet.

Nur eine Herde an „Gänse-Eltern“

Grundsätzlich ist das Gelege jeder Geflügelart genießbar, allerdings werden Gänse, Enten und Co in der kommer­ziellen Geflügelhaltung als Fleischlieferanten gehalten. Das Alter, in dem sie legereif wären, erreichen sie daher gar nicht. Österreichs einzige Gänse-Elterntierherde wird am Betrieb von Wolfgang Kaltenbrunner in Zell am Pettenfirst (Bezirk Vöcklabruck) gehalten. „Die dort gelegten Eier kommen in die Brüterei, daraus werden die Österreichischen Weidegänse gezogen“, sagt Mayringer. Eine Gans legt etwa 55 Eier pro Jahr. Ein Gänseei ist groß, es kann bis zu 200 Gramm wiegen. Geschmacklich ist es kräftiger als ein Hühnerei. Wegen ihrer Größe und ihrer weißen, kräftigen Schale bieten sie sich vor allem für Dekorationszwecke an.

Enteneier sind früher vermehrt konsumiert worden. Enten sind legefreudiger als Gänse, sie bringen es im Jahr auf etwa 130 Eier. Enten­eier sind im Durchschnitt etwas größer und schwerer als Hühnereier, ihr Gewicht liegt bei 60 bis 75 Gramm. Im Vergleich zu Hühnereiern haben Enteneier mehr Dotteranteil und einen intensiveren Geschmack, die Schale der Eier ist etwas dicker. Enteneier sind jedoch etwas in Verruf gekommen, weil sie – durch die Lebensweise von Enten – anfälliger sind für Salmonellen und andere Erreger. Vor dem Verzehr empfiehlt es sich, sie gut durchzuerhitzen. In Asien spielen Enteneier bis heute eine größere Rolle.

Puteneier sind etwa doppelt so groß wie Hühnereier. Konsumiert werden sie nur selten, ihr Geschmack wird als leicht bitter beschrieben. Österreichs einzige Truthahn-Brüterei ist in Zipf (Bezirk Vöcklabruck) beheimatet. Kommerzielle Halter von Truthahn-Elterntieren gibt es in Österreich nicht.

Perlhühner stellen unter den Hühnervögeln eine eigene Familie dar. Ihre Eier sind etwa fünf bis sechs Zentimeter groß und haben eine braune, oft etwas gesprenkelte Schale. Das Perlhuhn wird wegen seines Fleisches gezüchtet, das als Spezialität gilt. Das kleine Zwerghuhn ist im Vergleich zum normalen Huhn wirtschaftlich gesehen uninteressant, jedoch unter Hobbyzüchtern und -tierhaltern sehr beliebt. Ihre Eier wiegen je nach Rasse etwa 25 bis 50 Gramm.

Straußenei als Kunstobjekt

Strauße, die größten lebenden Vögel der Erde, legen die größten Eier: Ein Straußenei wiegt knapp eineinhalb Kilogramm und ersetzt etwa 20 Hühnereier. Das bietet sich für ein ausgiebiges Rührei an. „Ein toller Partygag“, meint der Geflügel-Experte. Strauße legen etwa 30 bis 40 Eier pro Jahr. „Die Straußenhaltung hat sich aber nicht durchgesetzt“, sagt Mayringer. Entsprechend schwierig seien auch Eier zu haben, die eher als Kunst-Roh-material dienen.

Auch die Eier von Wildgeflügel wie Fasanen oder Rebhühnern sind genießbar. Sie haben eine olivenfarbene Tönung und sind leicht spitz. Zu unterscheiden sind sie anhand der Größe:  Das Fasanenei wiegt etwa 30 Gramm, das Rebhuhnei ungefähr halb so viel. Mit der Zucht von Tauben beschäftigen sich Kleintierzüchter. Ihre Eier sind weiß und wiegen etwa 15 Gramm, je nach Rasse. Eine Taube legt etwa alle zwei Monate zwei Eier – die theoretisch auch genießbar wären, was in der Praxis jedoch nicht gemacht wird.

Konsumentenzeitung Lust aufs Land, 15.03.2016

Bildquellen

  • Küken: Fotolia – andiafaith

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