Salben selber machen ist keine Kunst

Natürlich – Wer genug von langen Inhaltsstofflisten bei Kosmetika und Heilsalben hat und lieber auf die Vorräte von Mutter Natur zurückgreift, wird „vor der Haustür“ viele Alternativen finden. Salben aus Kräutern und Blumen sind rasch und einfach selbst herzustellen, helfen bei vielerlei Wehwehchen und sparen Geld.

Ob aufgeschlagenes Knie, Verbrennung, Rückenschmerzen oder sonstige kleine und grö-
ßere Wehwehchen. Oma hatte immer eine heilende Salbe parat. Das Sammeln und Verarbeiten von Kräutern und Blumen war für die Großelterngeneration alltäglich. Später verlor dieses Hand-werk an Bedeutung. Seit ein paar Jahren wird es aber wieder zunehmend populär.

„Die Menschen hinterfragen Herstellung und Inhaltsstoffe von Heil- und Kosmetikprodukten. Bei gekauften Produkten muss man fast Latein und Chemie studieren, um das zu verstehen“, sagt Kräuterpädagogin Daniela Dettling, die ihre Kräuterkurse auch am WIFI abhält. Ebenso spiele der Preis eine Rolle, der bei Produkten im Handel oder in der Apotheke oft „immens hoch“ sei. Auch die Zunahme an Allergien und die Thematisierung problematischer Zusatzstoffe in den Medien seien ausschlagge­bend, dass Menschen sich vermehrt den natürlichen Rohstoffen zuwenden, meint Martina Nimmervoll, die sich ebenso vor vielen Jahren der Kräuterpädagogik verschrieben hat und entsprechende Kurse beim Ländlichen Fortbildungsinstitut (LFI) leitet.

Mit wenigen Handgriffen zur eigenen Salbe

„Vor der Haustür wächst so vieles, das man zu Cremes und Salben verarbeiten kann“, sagt Nimmervoll. Das Einsammeln habe außerdem den Zusatznutzen der Bewegung und „man wird wieder achtsamer für die Vorgänge in der Natur“. Wer nun glaubt, es braucht viel Zeit und Wissen für dieses Handwerk, wird rasch eines Besseren belehrt:

Für eine Salbe auf Fettbasis braucht es grundsätzlich nur ein hochwertiges Pflanzenöl (Olivenöl, Rapsöl, Leinöl), Pflanzen und Bienenwachs. Die Heilpflanzen von Stängeln befreien, eventu­ell zerkleinern und in einen Topf mit Öl geben – „nur so viele Pflanzenteile verwenden, dass sie schön schwimmen“, empfiehlt Nimmervoll. Die Masse im Wasserbad erhitzen und für mindestens eine Stunde bei etwa 70 °C leicht köcheln lassen. Noch besser entfaltet sich die Wirkung beim kalten Ölauszug, bei dem das Öl mit den Pflanzenteilen vier Wochen bis vier Monate angesetzt wird. „Dann hat die Pflanze keinen Stress“, sagt Dettling. Für die Weiterverarbeitung das Öl abseihen. In den (wieder erhitzten) Ölauszug – dieser nennt sich „Mazerat“ – ein Zehntel der Menge Bienenwachs hinzugeben. Wenn das Wachs nach zwei bis drei Minuten geschmolzen ist, füllt man die warme Masse in Gläser, verschließt die Gläser und lässt sie erkalten. Verfeinert wird die Salbe, indem man vor dem Abfüllen noch Sheabutter oder Kokosfett für die Cremigkeit oder ätherische Öle für zusätzliche Heilwirkungen hinzufügt. Die fertige Salbe auf die Haut auftragen. „Wenn man die Haut vorher etwas anfeuchtet, zieht die Salbe besser ein“, weiß Nimmervoll.

Stellt man ein Produkt auf Wasserbasis her – das nennt sich dann Creme – ist der Vorgang etwas komplizierter. Neben der Fettphase wird eine Wasserphase erstellt und tröpfchenweise miteinander vermischt.

Für reine Haut: das Gänseblümchen
  • Gänseblümchen: Das kleine Blümlein hilft bei Hautunreinheiten, Schuppenflechte oder Neurodermitis. Die Schleim- und Seifenstoffe spenden der Haut Feuchtigkeit und wirken entzündungswidrig. Auch Ehrenpreis und Rosenblätter reinigen und straffen die Haut. Kamille ist nur bedingt einsetzbar, weil viele Menschen eine Korbblütlerallergie haben.
Bei Gelenksbeschwerden: Beinwell
  • Beinwell: Er hat seinen Namen nicht von ungefähr, denn der Beinwell hilft bei Gelenksschmerzen, Prellungen, Verspannungen und Verletzungen des Bewegungsapparates. Das Öl für die Salbe wird mit der Wurzel angesetzt. Auch Johanniskraut, Teufelskralle oder Arnika schaffen bei Prellungen und Ähnlichem Abhilfe.

Hemmt Entzündungen: die Ringelblume
  • Ringelblume: Die entzündungshemmenden, durchblutungsfördernden und wundheilungsfördernden Wirkungen machen die Ringelblume zu einem hochwertigen Arzneimittel. Salben daraus werden angewendet bei schlecht heilenden Wunden, Narben, Krampfadern, bei Wundliegen und finden auch bei empfindlicher Haut Einsatz.

Bildquellen

  • Gänseblümchen: Fotolia - Anna Om
  • Beinwell-Salbe: Fotolia - Madeleine Steinbach
  • Ringelblume: Fotolia - anjokan
  • Salbe: Fotolia - tanya78

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