Süße Rübe

Wenn in diesen Wochen die Bauern am Acker unterwegs sind, ist es gut möglich, dass sie gerade Zuckerrüben anbauen. Bis zum Spätherbst wächst dann unter der Erde unser süßestes Lebensmittel heran.

Ein Kilogramm Zucker pro Quadratmeter Acker

Die Zuckerrübe gehört zur Familie der Fuchsschwanzgewächse, ihre Verwandten sind zum Beispiel die Runkelrübe, die Rote Rübe und der Spinat. Aus dem Wurzelkörper – der sogenannten Rübe – wird der Zucker gewonnen. Die Pflanze braucht gemäßigte Temperaturen, viel Licht und nährstoffreiche Böden. Ihr Wasserbedarf ist vor allem in den Sommermonaten hoch. Regnet es zu wenig, ist der Ertrag niedrig. Aufgrund ihrer Ansprüche wird die Zuckerrübe in Österreich in den klimatisch begünstigten Regionen hauptsächlich in Oberösterreich, Niederösterreich und dem Burgenland angebaut. Insgesamt werden in Österreich auf etwa 43.000 Hektar von 6300 Rübenbauern etwa drei Millionen Tonnen Zuckerrüben pro Jahr geerntet. Daraus werden jährlich rund 430.000 Tonnen Weißzucker produziert. Anders ausgedrückt heißt das, dass auf einem Hektar Ackerfläche durchschnittlich zehn Tonnen Zucker „heranwachsen“ oder je Quadratmeter etwa ein Kilogramm Zucker. Die Nebenprodukte der Zuckerherstellung werden als Futter- und Düngemittel eingesetzt. In unseren gemäßigten Breiten ist die  Zuckerrübe die bedeutendste Zuckerpflanze. Neben ihr gibt es als zuckerhaltige Pflanze noch das Zuckerrohr, das im subtropischen und tropischen Klima wächst. Weltweit wird deutlich mehr Zucker aus Zuckerrohr als aus Zuckerrüben gewonnen.

Zucker ist süß, aber nicht gleich ungesund

Zucker gehört zu den Kohlenhydraten und liefert – wie andere Kohlenhydrate, Fett oder Eiweiß – die Energie für unseren Körper. Auch wenn er gerne verteufelt wird: Zucker hat keine speziellen Eigenschaften, die es rechtfertigen wür­den, ihn einen Dickmacher zu nennen. Dick wird nur derjenige, der insge­samt zu viel und unausgewogen isst und sich zu wenig bewegt. Oder anders gesagt: Wer dem Körper mehr Energie zu­führt, als dieser verbraucht, nimmt zu.

Natürlich: Zucker ist in vielen Nahrungs- und Genussmitteln in größerer Menge vorhanden, als man es vermuten könnte. Zucker wird aber auf der Verpackung ausgewiesen und die Nährwerttabelle informiert über die Menge an Kohlenhydraten. Laut den Daten von Statistik Austria nimmt der Zuckerverzehr außerdem ab und ist seit 1994 von 41 auf rund 34 Kilogramm pro Kopf und Jahr zurückgegangen.

Abschließend noch ein Mythos, der sich hartnäckig hält: „Brauner Zucker ist gesünder als weißer.“ Er mag gesünder aussehen, aus gesundheitlicher Sicht ist er aber nicht besser. Brauner Zucker ist im Grunde weißer Zucker, dem Sirupreste anhaften. Während weißer Zucker mehrfach kristallisiert und gereinigt wird, erhält brauner Zucker aus Zuckerrü­ben Farbe und Geschmack durch Beimischung von Rohrzuckersirup und karamellisiertem Kristallzucker. Brauner Zucker aus Zuckerrohr wiederum wird nur leicht raffiniert, wodurch er seine bräunliche Färbung und den für Rohrzucker typischen Geschmack behält.

Konsumentenzeitung, 28.03.2017

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