Traumhaft gut durch die Nacht

Die berühmte Frühjahrsmüdigkeit kennen viele. Wer sich jedoch länger müde und abgeschlagen fühlt oder sich in der Nacht ruhelos im Bett hin und her wälzt, sollte sein Schlafverhalten genauer un­ter die Lupe nehmen. Von einer Schlafstörung spricht man, wenn man Schwierigkeiten beim Ein- und Durchschlafen hat und sich diese nächtlichen Probleme auch auf das Wohlbefinden am Tag auswirken. „Erst wenn diese Symptome eine Dauer von mindestens drei Monaten aufweisen, spricht man von einer Schlafstörung“, sagt Andre­as Kaindlstorfer, Leiter des Schlaflabors an der Landesnervenklinik Wagner Jauregg in Linz. „Wer gerade eine persönliche Krise durchlebt und so eine schlechte Nachtruhe hat, hat nur ein Schlafproblem“, sagt der Experte. Wichtig sei das individuelle Empfinden: Wer seinen Schlaf erholsam findet und sich tagsüber nicht beeinträchtigt fühlt, hat keinen Handlungsbedarf – egal, wie er seine Nächte verbringt. Bei Schlafstörungen gelte es, Ursachenforschung zu betreiben. Steckt eine psychische Erkrankung dahinter? Gibt es organische Ursachen, wie zum Beispiel das „Restless Legs Syndrom“ oder nächtliche Atemaussetzer? Wie sieht es mit der persönlichen Schlafhygiene aus? Damit gemeint sind „schlaffreundliches“ Verhalten und Gewohnheiten: Zu viel Nikotin, Alkohol oder Kaffee am Abend sind negativ. Auch Handy, Tablet und Computer sollten am Abend gemieden werden, denn die blauen Wellenlängen des Lichts, mit dem diese Geräte beleuchtet werden, unterdrücken die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin.

Angst vermeiden

Nicht zuletzt können falsche Vorstellungen von einem guten Schlaf kontraproduktiv sein. „Findet man hier nirgendwo Anhaltspunkte, dann stellt sich in einem Gespräch oft heraus, dass sich schon eine zu große Angst vor dem Nicht-schlafen-Können eingeschlichen hat“, weiß Kaindlstorfer. Die Angst davor, nicht richtig schlafen zu können, und die Angst vor den Folgen dieses Zustands kann so groß werden, dass man erst recht nicht einschlafen kann.

Etwa 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung leiden – zumindest zeitweise – unter Schlafstörungen, wobei die Ursa­chen etwa zu einem Drittel organischer Natur sind und zu einem Drittel psychisch bedingt. Bei der Schlaflosigkeit steht die erlernte Schlaflosigkeit an erster Stelle – eben wenn die Angst vor derselben schon überhand ge-nommen hat. Oft ist Schlaflosigkeit auch bereits seit Kindheit an ein Thema. „Das Fachwissen darüber, ob es zum Beispiel ver­erbt ist, ist aber noch sehr unvollständig“, ergänzt Kaindls­torfer.

Unterschiede Das Schlafbedürfnis ist von Mensch zu Mensch verschieden, es kann von sechs oder weniger Stunden bis hin zu neun Stunden und mehr reichen. Den oft zitierten Langschläfer gibt es genauso wie den Kurz- oder Normalschläfer, wirkliches Durchschlafen aber nicht: Aus der Schlafforschung ist bekannt, dass der Mensch etwa 28-mal pro Nacht wach wird – er erinnert sich nur nicht daran. Nur wer länger als drei Minuten wach ist, ist sich dessen in der Früh noch bewusst.

Konsumentenzeitung Lust auf Land, 15.03.2016

Bildquellen

  • Schlafen: Fotolia – jackfrog

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