Wertvolles Eiweiß – Ohne Gentechnik

Ein Blick auf die Inhaltsstoffe von Lebensmitteln zeigt: Soja ist in so einigen Produkten in gewissen Mengen enthalten. Und genau an diesem Punkt tauchen viele Fragen rund um die Sojabohne auf; eine alte Kulturpflanze, hat aber in unseren Breiten noch eine junge Vergangenheit. Um für den Konsumenten den Einkauf zu erleichtern, hat Lust aufs Land bei „Donau Soja“ nachgefragt. Die Initiative verfolgt das Ziel, in den nächsten Jahren systematisch den Anbau von Qualitätssoja in der Donauregion zu forcieren – für eine eigenständige europäische Eiweißversorgung.

Der Sojabohne auf der Spur

In Supermarkt-Regalen findet man bereits eine Vielzahl an Sojaprodukten – auch aus dem Ausland –, wie Sojamilch, Tofu, Sojaflocken, Sojajogurt oder Sojasauce. Daneben sind Bestandteile der Sojabohne heute in zirka 30.000 europäischen Lebensmitteln enthalten.

Inwieweit kann sich der Konsument sicher sein, dass bei einem Produkt GVO-freies Soja verwendet worden ist?

Durch die Kennzeichnung der Arge Gentechnikfrei „gentechnikfrei erzeugt“ oder „ohne Gentechnik“. Mehr als 1950 Produkte führen bereits eines der beiden Qualitätszeichen. In Österreich kann man sich zu 100 Prozent auf dieses Siegel verlassen. Sicher sind vor allem biologische Produkte: Hier sind gentechnisch veränderte Inhalte verboten. Daher bietet sich die Möglichkeit, Produkte aus kontrolliert biologischen Anbau zu kaufen, wie die Labels Austria Bio Garantie oder Bio Austria.

In welchen Lebensmitteln wird die Sojabohne eingesetzt?

Soja wird einerseits in klar deklarierten Sojaprodukten, wie Sojadrink, -jogurt, -sahne, -würstel oder Tofu verwendet. Sojalecithin wird vor allem für Schokolade und Backwaren gebraucht. Sojamehle sind ebenso in Backwaren, Brot und diversen Fertigprodukten zu finden.

Könnten die Landwirte Österreichs die Eigenversorgung abdecken? Wie viel wird für die Eiweißversorgung importiert?

Derzeit wird in Österreich auf 37.500 Hektar Soja angebaut. Das Ergebnis daraus sind 110.000 Tonnen Sojabohnen. 40 Prozent (%) davon gehen in den Export, 50 % in die Speisesojaproduktion und 10 % werden verfüttert. Europa importiert derzeit 33 Millionen (Mio.) Sojabohnen und -schrot. Alleine für Europa werden 20 Mio. Hektar Soja in Amerika angebaut. Dafür muss Platz geschaffen werden: Täglich werden Teile des Regenwalds vernichtet (seit 1960 wurde zirka 1/5 des Amazonasregenwaldes in Brasilien abgeholzt, eine Fläche zweimal so groß wie Deutschland). Dies hat neben ökologischen Auswirkungen auch negative soziale Folgen. Gerade Kleinbauern haben keine Chance mehr. Monokultur wird – allen voran durch die Technologie der Gentechnik – vorangetrieben. Soja aus Österreich hat hier einen klaren Vorteil: Bei uns wird zu 100 % gentechnikfrei produziert. Weltweit werden bereits etwa 75 % der Sojaproduktion mit gentechnisch verändertem Saatgut durchgeführt. Vor allem die Staaten USA, Brasilien und Argentinien sind hier federführend. Aus Sicht der Landwirtschaftskammer Oberösterreich wäre eine Anbauausweitung in Österreich auf 50.000 Hektar möglich. Dies wäre ein großer Schritt in Richtung besserer Eiweißversorgung.

Welche Initiativen gibt es, die eine GVO-freie Sojaproduktion sowie eine eigenständige europäische Eiweißversorgung anstreben?

Der Verein Soja aus Österreich steht für gentechnikfreien und biologischen Anbau von Soja in Österreich.

Die Initiative Donau Soja, mit großer Unterstützung von Oberösterreichs Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger, will den Anbau von Qualitätssoja in der Donauregion (mit Schwerpunkt auf die Länder Kroatien, Serbien, Ungarn und Rumänien) fördern und forcieren. Damit soll eine qualitativ hochwertige, herkunftsgesicherte und gentechnikfreie Futtermittelproduktion erreicht werden – für eine eigenständige europäische Eiweißversorgung.

Was spricht für den Verzehr von Soja aus ernährungsphysiologischer Sicht?

Soja liefert für Vegetarier und Veganer eine wertvolle Eiweißquelle. Das Eiweiß der Sojabohne zählt zu den hochwertigsten pflanzlichen Proteinen überhaupt, seine Zusammensetzung ähnelt der des tierischen Eiweißes – und enthält kein Cholesterin. Dennoch kann Soja auch den Ernährungsplan eines Fleischkonsumenten positiv aufwerten. Außerdem ist der Verzehr von Soja nachhaltig, Ressourcen wie Land, Wasser und CO2 werden gespart.

Konsumentenzeitung Lust aufs Land, 11.6.2013

Bildquellen

  • Soja: Agrarfoto.com

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