Dem Schädling keine Chance
Ehe das Gartenjahr 2025 in die Vollen geht, ist noch Zeit, bei Profis nachzufragen und sich zu rüsten – denn auch der nächste Schädling kommt bestimmt.
Der Garten ist ein Glückshormon“, sagt Biogärtner Karl Ploberger. Trotzdem kann einem beim Gang durch sein grünes Reich manchmal eher zum Weinen sein: wenn Unkraut und Schädlinge dort ihr Unwesen treiben und Krankheiten mühsam aufgezogene Pflanzen zunichte machen.
Vorbeugend stark machen
Vorbeugen ist die beste Medizin das gilt auch im Garten. „Unbedingt die Pflanzen stärken“, sagt Landesgärtnermeister Hannes Hofmüller. Er empfiehlt dafür Brennnesselextrakt und Schachtelhalmextrakt abwechselnd zu verwenden. „Am besten einmal pro Woche, ab dem Blattaustrieb“, so Hofmüller. Angewendet werden sollten die Extrakte bei trockenem Wetter, nicht aber bei extremer Sonneneinstrahlung. Gegen den sehr ansteckenden Tomatenrost empfiehlt der Gärtnermeister, die Stauden mit Tomatendünger zu versorgen. „Das stärkt Blüten, Frucht und Blätter“, so Hofmüller.
Der häufig als „Biogärtner der Nation“ bezeichnete Karl Ploberger kennt alle Seiten, die das Garteln mit sich bringt. Seit Jahrzehnten gibt er wertvolle Ratschläge und hilfreiche Hinweise. Sobald der Frühling die ersten wärmeren Tage mit sich bringt, trudeln in seinem E-Mail-Postfach die Fragen nur so herein. Nachfolgend ein Auszug aus häufig gestellten Fragen samt Plobergers Antworten darauf.
Zuvor verweist er noch auf das schwarze Gold eines jeden Gärtners: „Kompost. Das ist die ursprünglichste und beste Form des Recyclings, das die Natur schon vor Millionen von Jahren erfunden hat.“ Er appelliert an alle Hobbygärtner, diesen zu nutzen. Jedes einzelne Blatt werde so zum Baustein für neues Leben.
Ich habe im Hochbeet so viele Ameisen, rote und schwarze. Gibt es ein Biomittel?
Ja, Kieselgur. Das Pulver bei trockenem Wetter auf die Bauten streuen, eventuell etwas aufgraben. Wirkt auch auf Terrassen und in Wohnungen.
Kann ich eigentlich Unkräuter im Rasen ohne Chemie bekämpfen?
Auf jeden Fall! Das heißt: Rasen dreimal jährlich organisch düngen, nie zu kurz mähen (drei bis vier Zentimeter) und eventuell da und dort größere Wildkräuterinseln mechanisch entfernen und nach säen.
Es wird so viel über Unkrautvernichtungsmittel gesprochen. Gibt es aber so etwas wie ein biologisches Mittel?
Ja, das gibt es. Diese Mittel enthalten den natürlichen Wirkstoff der Pelargonsäure, der die Blätter innerhalb kürzester Zeit total verbrennt. Kurzlebige Wildkräuter werden damit komplett vernichtet, Wurzelunkräuter treiben aber wieder nach und müssen mehrmals behandelt werden.
Kaum hat es geregnet, sprießt auch schon wieder das Unkraut. Vor allem die Winde treibt mich in den Wahnsinn gibt’s ein Geheimmittel dagegen?
Leider, Geheimrezept gibt es keines. Tipp: Erde vorsichtig lockern und die Wurzeln, so weit es geht, herausziehen. Sind Flächen (unter Ribiseln) unbepflanzt, mit Karton abdecken und darauf Mulch geben. Im Herbst lassen sich in der lockeren Erde besonders viele Wurzeln entfernen.
Ich hab bei einigen Pflanzen wieder Mehltau entdeckt. Soll ich den noch bekämpfen?
Ja unbedingt. Großartige Erfolge kann man mit Backpulver (ein Teelöffel), Schachtelhalmextrakt (etwa 30 ml) und Effektiven Mikroorganismen auf 1 Liter Wasser
erzielen. Mindestens zweimal tropfnass spritzen.
An den Hortensien sind viele wollige Tierchen, muss ich die Pflanze zusammenschneiden?
Keinesfalls schneiden, sonst gibt’s keine Blüten im kommenden Jahr! Der Schädling ist die Napfschildlaus, die optisch ein Problem ist, für die Pflanze aber kein großes Problem. Trotzdem im Frühling mit einem Austriebsmittel sprühen. Die Tierchen überwintern in Rindenritzen, daher tropfnass den gesamten Strauch einsprühen.
Die Natur nicht „überpflegen“
Ganz ohne Schädlinge wird wohl niemand über die Saison kommen, sind sie doch Teil des natürlichen Kreislaufs. Wer deren potenzielle Fressfeinde kennt, kann sich diese zunutze machen. Naturnahes Gärtnern bedeutet aber auch mehr Gelassenheit gegenüber Unkräutern. „Beikraut“ oder „Wildkraut“ klingt bereits besser und leistet auch Dienste für die Biodiversität.
Nützlinge fördern
Nützlinge brauchen eine gewisse Zeit, um sich zu um sich zu vermehren. Sind die ersten Schädlinge wie Blattläuse da, freuen sich Marienkäfer und Schwebfliegen über das gefundene Fressen und beginnen sich entsprechend des Nahrungsangebots zu vermehren.
Einige Nützlingsarten leben nur als Larven räuberisch. Beispiel Schwebfliege: Als Larve frisst sie bis zu 700 Blattläuse. Das ausgewachsene Insekt hingegen ist ein Blütenbesucher und lebt von Pollen und Nektar.
Ein Vogelpärchen verfüttert pro Saison bis zu 30 Kilogramm Insekten und Würmer an die Jungvögel. Nistkästen locken Vögel in den Garten und werden in kalten Wintern gerne als Schlafstätte genutzt.
Quelle: natur im garten
Buchtipps
„Erste Hilfe im Garten für intelligente Faule“ ist ein Buch für alle, die ihren Garten lieben, aber nicht endlose Stunden investieren wollen. Es hilft dabei, gängige Gartenprobleme schnell und unkompliziert zu lösen. Das Buch ist im Verlag AV Buch erschienen und im Buchhandel unter ISBN 978-3-8404-7593-1) um 15,95 Euro erhältlich.

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„Garten fit – Körper fit“ ist eine Koproduktion von Biogärtner Karl Ploberger und Fitness-Experte Toni Klein. Sie beschreiben fünf Schritte, die sowohl zu einem blühenden Garten, als auch zu einem strahlenden Menschen führen. Das Buch ist im Verlag AV Buch erschienen und im Buchhandel unter ISBN 978-3-8404-7592-4) um 19,99 Euro erhältlich.
Bildquellen
- bio Pflanze gemüse beet: Ronny - stock.adobe.com