Macherei

Eiweißreiche Hülsenfrucht

Kichererbsen sind ein hochwertiges Lebensmittel, das viele gesunde Nährstoffe enthält. Auch in Österreich wird die
Hülsenfrucht bereits von Landwirten kultiviert.

Die Kichererbse hat hierzulande längst ihren Platz auf den Tellern der Konsumenten erobert. Ihr leicht nussiger Geschmack und ihre vielseitige Verwendbarkeit haben sie zu einem festen Bestandteil der heimischen Küche gemacht. Gerichte wie Falafel und Hummus haben in den vergangenen Jahren einen regelrechten Siegeszug durch die Speisekarten der heimischen Gastronomie angetreten. Doch die Kichererbse hat weit mehr zu bieten als nur ihren köstlichen Geschmack, ist sie doch zudem auch reich an wertvollen Inhaltsstoffen wie hochwertigem Eiweiß, Fett, Vitaminen sowie Mineral- und Ballaststoffen. 

Gesunde Frucht hat viel Potential

Derzeit werden in Österreich nur etwa 400 Hektar für den Anbau der eiweißreichen Hülsenfrucht genutzt. Dies steht im starken Kontrast zur wachsenden Nachfrage nach pflanzlichen Eiweißlieferanten. Nach dem Anbau im Zeitraum April bis Mai kann die Kichererbse ab Ende August geerntet werden. Sobald die ovalen Hülsen vollständig ausgereift sind, springen sie auf. 

Die reifen Kichererbsen haben eine uneinheitliche, leicht kantige Form und können in verschiedenen Farbvarianten vorkommen, darunter hellbraun, beige, weiß, rötlich-braun oder sogar schwarz, je nach der spezifischen Sorte. Aber auch grüne Kichererbsen können geerntet und in der Küche ähnlich wie Erbsen mit denen sie, anders als der Name vermuten lässt, nicht verwandt sind verwendet werden. „Die Kichererbse hat großes Potential, da sie in der Ernährung zunehmend an Bekanntheit gewinnt. Ein einfaches Einweichen über Nacht und anschließendes Kochen macht sie einsatzbereit für vielfältige Verwendungszwecke“, erklärt Biobauer Markus Fellner.

Insgesamt zeigt sich die Kichererbse als eine vielversprechende Kulturpflanze in Österreich. Ihr Anbau könnte nicht nur zur Diversifizierung der Landwirtschaft beitragen, sondern auch einen Beitrag zur steigenden Nachfrage nach pflanzlichen Eiweißquellen leisten. Es bleibt zu hoffen, dass in den kommenden Jahren verstärkte Anstrengungen unternommen werden, um den Anbau und die Vermarktung der Kichererbse in Österreich voranzutreiben. Denn diese kleine eiweißreiche Hülsenfrucht hat großes Potential, die heimische Kulinarik und Landwirtschaft nachhaltig zu bereichern.

Herkunft & Geschichte

Die Kichererbse (botanisch: „Cicer arietinum“) stammt ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum. Heute zählen Indien, Türkei, Kanada und USA zu den weltweit größten Produzenten. Aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit könnte sich die Kichererbse auch in heimischen Gefilden als vielversprechende Kulturpflanze erweisen. Die steigenden Temperaturen bieten in einigen Regionen optimale Bedingungen für den Anbau.

Herausforderungen beim Anbau

Eine der größten Herausforderungen beim Anbau der Kichererbse in Österreich sind die stark schwankenden Erträge, die je nach Region und Witterungsbedingungen zwischen 800 und 2000 Kilo pro Hektar variieren können.

Pflanzenzüchter stehen vor der Aufgabe, Sorten an die heimischen Standortbedingungen bestmöglich anzupassen, was intensive Forschung und Entwicklung erfordert. Gleichzeitig sind Landwirte gefordert, Anbaupraktiken zu entwickeln, um die Erträge zu stabilisieren und zu steigern.

Vom Feld auf den Tisch

  1. Die Kichererbse wird im April ausgesät. Pro Hektar sind circa 200 Kilo Saatgut notwendig.

2. Blindstriegeln und mehrmaliges Hacken sorgt für unkrautfrei Bestände.

3. Die Kichererbse  erblüht im Juni mit Blüten in Weiß, Violett und Purpur.

4. Die Pflanze entwickelt Hülsen, die in der Regel zwei ungleich große Samen enthalten.

5. Vollgepackt – Anfang Juli sind die Hülsen bereits gut sichtbar.

6. Über den Sommer entwickelt sich die Kichererbse zu einer krautigen Pflanze, die bis zu einem Meter hoch werden kann.

7. Am Rascheln der Samen in den Hülsen erkennt man die Druschreife.

8. Die Ernte der Kichererbsen erfolgt circa ab Mitte August, mit einem herkömmlichen Mähdrescher.

9. Reife Kichererbsen können entweder pur verzehrt oder z. B. zu Humums, Falafeln und Co. weiterverarbeitet werden.