Natur & Garten

Wo Wasser in die Tiefe fällt

Die Kraft und Energie des Wassers ist nirgendwo so stark zu spüren wie an einem Wasserfall. An heißen Sommertagen sind sie auch perfekte Ausflugsziele. 

Oberösterreich ist ein wasserreiches Land. Intakte Fließgewässer und saubere Seen sind ein Schatz der Natur, der im Sommer auch Badevergnügen daheim ermöglicht. Wasser gibt es aber auch in den Bergen, wo es sich vielerorts über Tausende von Jahren seinen Weg über Felsen und Gesteine gebahnt hat. Tut es das in schmalen Tälern und Schluchten, spricht man von einer „Klamm“. Wasserläufe über Schneisen und tosende Wasserfälle ergeben dann Naturschauspiele, die besonders im Sommer gerne besucht werden.  

Von Nixen und Eiswasser

In Krimml im Salzburger Land befinden sich die wohl berühmtesten Wasserfälle Österreichs – doch auch Oberösterreich hat Wasser im freien Fall zu bieten. Nach einer familientauglichen Wanderung gelangt man zum Beispiel zum Nixenfall in Steinbach am Attersee. Dort kann auch auf einer Tafel die Sage über die Nixe „Adhara“ nachgelesen werden, die der Erzählung nach einst im See lebte. In Hallstatt gibt es nach einer Wanderung entlang des Themenweges Echerntal den Wasserfall Waldbachstrub zu bewundern, wo das tosende Wasser etwa 50 Meter in die Tiefe stürzt. In der Region Nationalpark Kalkalpen lockt das Naturschutzgebiet Rinnerberger Wasserklamm mit dem Rinnerberger Wasserfall in Leonstein. Mit dem Rindberg Wasserfall hat auch Ebensee einen solchen zu bieten. Am Fuße des Schafbergs, am Südufer des Mondsees, ist es der Wasserfall Kreuzstein, der Besucher anzieht. Und das nicht nur im Sommer: Er friert im Winter häufig ein und stellt dann als Eiswasserfall ein besonderes Naturschauspiel und beliebtes Fotomotiv dar. Der Traunfall in Roitham oder der Hohenzollern Wasserfall in Bad Ischl sind weitere Optionen für alle, die einen heimischen Wasserfall besuchen möchten. 

An heißen Tagen durch eine kühle Klamm zu wandern ist für Naturliebhaber das perfekte Ausflugserlebnis. Solche Möglichkeiten gibt es auch einige in Oberösterreich. Die längste zu durchwandernde Klamm des Landes – sie ist auch die zweitlängste in Österreich – befindet sich in Spital am Pyhrn: die Dr. Vogelgesang-Klamm. 

1500 Meter und 500 Stufen

Benannt ist sie nach Moritz Vogelgesang, einst Gemeindearzt von Spital am Pyhrn und zugleich Obmann des Verschönerungsvereins, als welcher er sich darum bemühte, die wildromantische, mehr als eineinhalb Kilometer lange Felsschlucht begehbar zu machen. Erstmals gelang das im Jahr 1906, nach einem Hochwasser wurde die gesamte Schlucht 1926 und 1927 mit Stiegen und Stegen, die im senkrechten Felsen verankert sind, zum Durchwandern hergerichtet. 500 Stufen sind zu erklimmen, wenn man die Klamm durchsteigen will. 

Weitere Naturjuwele in Form von „wanderbaren“ Schluchten oder Klammen in Oberösterreich sind zum Beispiel die Stillensteinklamm in Grein, die Rettenbach-Klamm in Bad Ischl, die Wolfsschlucht in Bad Kreuzen oder die Gimbach Kaskaden in Steinbach am Attersee. Wer sich bei sommerlicher Hitze einen kühlenden Sprühregen wünscht, der kann die Rinnende Mauer in Molln besuchen. Bei dieser handelt es sich genau genommen um eine großflächige Quelle. Die Rinnende Mauer steht seit 1999 unter Naturschutz.

Beliebte Naturjuwele

Klammen und Schluchten:
Rettenbachklamm in Bad Ischl, Gimbach-Kaskaden im Weißenbachtal am Attersee, Koppenbrüllerhöhle in Obertraun, Burgstallschlucht in St. Georgen am Walde, Klammleiten in Königswiesen, Stillensteinklamm in Grein, Wolfsschlucht in Bad Kreuzen, Klamschlucht in Klam, Kleines Kößlbachtal in Esternberg, Pesenbachtal in Feldkirchen an der Donau, Rinnende Mauer in Molln, Dr. Vogelgesang-Klamm in Spital am Pyhrn, Pießling Ursprung in Roßleithen. 

Wasserfälle:
Nixenfall in Steinbach am Attersee, Wasserfall Waldbachstrub in Hallstatt, Rinnerberger Wasserfall in Leonstein, Rindbach Wasserfall in Ebensee, Hohenzollern Wasserfall in Bad Ischl, Wasserfall Kreuzstein in St. Gilgen 

Der Nixenfall in Steinbach am Attersee ist ein beliebtes Ausflugsziel für Familien. 

Durch die enge Felsschlucht der Rettenbachklamm in Bad Ischl wurde früher Holz getriftet.

Zwischen Klam und Saxen liegt die wildromantische Klamschlucht, einst Nährboden für Sagen und Mythen.

Die Rinnerberger Wasserklamm mit dem Rinnerberger Wasserfall in Leonstein ist ein Naturschutzgebiet.

Bildquellen

  • Steinbach Nixenfall: johanna kiebler
  • Rettenbachklamm: bad ischl.at/Daniel Leitner
  • Klamschlucht: oö tourismus/Einzenberger
  • Rinnerberger: T-Man
  • Wasserfall: lexpixelart - stock.adobe.com