Leben & Wohnen

Zusammen leben

Integration braucht klare Werte und Regeln. Die OÖ Hausordnung bietet Orientierung für alle, die hier leben – und macht gemeinsame Regeln sichtbar.

Oberösterreich ist längst ein vielfältiges Land: Menschen aus 172 Ländern leben hier und jede fünfte Person hat einen Migrationshintergrund. Diese Vielfalt bringt Chancen – aber auch Herausforderungen für das Zusammenleben. Um Orientierung zu schaffen, hat das Land Oberösterreich eine „Hausordnung“ für das gesellschaftliche Miteinander erarbeitet: ein „kleines 1×1 des Zusammenlebens“, das Werte und Regeln verständlich zusammenfasst. 

Die Idee dahinter ist einfach: Wer zusammenlebt, braucht gemeinsame Spielregeln. Die Hausordnung formuliert deshalb 13 zentrale Regeln für ein gelingendes Miteinander. Sie sollen verdeutlichen, welche Grundhaltungen das Zusammenleben im Land prägen. Ziel ist es, Spannungen zu reduzieren und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. „Damit das gut funktioniert, braucht es klare Regeln, die festlegen, wo die Grenzen sind“, erklärt Landeshauptmann Thomas Stelzer.


Das Miteinander fördern

Erarbeitet wurde die Werteordnung in einem breit angelegten Prozess. Grundlage bildeten das Inte­grationsleitbild des Landes sowie eine Umfrage des IMAS-Instituts. Ergänzt wurde der Prozess durch einen Expertenrat aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen sowie Gespräche mit Vertretern der Bevölkerung und migrantischer Communitys. Dabei zeigte sich: In vielen grundlegenden Fragen stimmen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund überein. Gleichzeitig besteht ein breiter Wunsch nach gemeinsamen Regeln – 75 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, dass es verbindliche Grundregeln für das Zusammenleben geben soll. 

Auch der Soziologe und Integrationsexper­te Kenan Gün­gör war in den Entwicklungsprozess eingebunden: „Die Werteordnung für das Zusammenleben bietet einen klaren Orientierungsrahmen für Zugewanderte und auch Einheimische.“ 

Integration bedeutet dabei nicht nur Unterstützung, sondern auch Verantwortung. Sozial-Landesrat Christian Dörfel betont: „Die OÖ Hausordnung soll das Miteinander in unserem Land fördern und in den Köpfen und Herzen der Menschen verankert werden.“ 

Damit diese Werte tatsächlich im Alltag ankommen, wird die Hausordnung nun landesweit umgesetzt. Sie soll in Richtlinien, Förderungen und rechtliche Rahmenbedingungen einfließen, aber auch in Schulen, Vereinen oder Integrationsangeboten vermittelt werden. So soll die Hausordnung Schritt für Schritt zu dem werden, was sie sein will: eine gemeinsame Wertebasis für alle Menschen in Oberösterreich – und ein praktischer Leitfaden für ein respektvolles Zusammenleben.

Quelle: Statistik Austria, Stand 01.01.2025, Grafik: Lustaufsland/Fleischanderl

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