Oberösterreich: Meister im Erfinden

Die Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher sind erfinderisch. Das zeigt ein Blick auf die aktuellen Zahlen aus dem Österrei­chischen Patentamt: Knapp 1000 Erfindungen wurden dort 2015 eingereicht, daraus erwuchsen 2441 Patente und 754 Gebrauchsmuster. Oberös-terreich liegt im Bundesländervergleich klar an der Spitze: Jedes vierte neue Patent kommt aus unserem Bundesland.

Mit 544 neuen Patenten und 77 neu­en Gebrauchsmustern hat es Oberösterreich im Vorjahr auf 621 angemeldete Erfindungen gebracht. Oberösterreich ist damit eindeutiger Spitzenreiter und das mit Abstand patentaktivste Bundesland in Österreich. Wien mit 464 und die Steiermark mit 439 Erfindungen belegen die weiteren „Stockerlplätze“.

Viel Innovationskraft im Land

Die meisten heimischen Anmeldungen kommen aus dem Bereich der Kunststoff-Verarbeitungsverfahren sowie der Maschinen für die Formgebung von Kunststoffen. 30 Patente und vier Gebrauchsmuster wurden 2015 der Firma Engel aus Schwertberg erteilt, 15 Patente und elf Gebrauchsmuster bekam die Firma Plasser & Theurer (Bahnbaumaschinen) mit Stammwerk in Linz zugesprochen. Auch die Firma Fronius aus Pettenbach, weltweiter Technologieführer bei der Lichtbogen-Schweißtechnik, gehört im österreichweiten „Erfindungsranking“ 2015 mit 19 Patenten zu den Top Ten, ebenso das Unternehmen Trumpf aus Hörsching (Werkzeugmaschinen, 23 Patente).

Im Agrarbereich sind heimische Firmen klare Innovationsführer. Zehn nationale Patente wurden auf diesem Sektor im Vorjahr oberösterreichischen Unternehmen erteilt, Rest-Österreich brachte es nur auf vier Patente. Gleich zwei Patente erhielt etwa die Firma Pöttinger aus Grieskirchen. Das Landtechnikunternehmen brachte es zudem auf sechs europäische Patente und hält aktuell 200 aktive Schutzrechte. Zwei deutsche Firmen haben drei weitere „landwirtschaftliche“ Patente für Österreich erhalten, ebenso wurden in dieser Kategorie auch einige Privatpersonen als Erfinder registriert.

Um eine Erfindung patentieren zu lassen, muss diese detailliert beschrieben und die Erteilung eines Patents beim Patentamt beantragt werden. Sachverständige prüfen die Unterlagen und die Erfindung auf ihre Neuheit hin. Es gibt eigene Patentanwälte, die dem Antragsteller beim Recherchieren und Verfassen der Anmeldungen behilflich sind und insgesamt beratend zur Seite stehen. Etwa die Hälfte aller Einreichungen schafft es auch tatsächlich bis zum Patent.

Gewerbliche Schutzrechte wie das Patent, das Gebrauchsmuster oder das Muster (Design) sind zeitlich begrenzt: Patente haben eine Höchstdauer von 20 Jahren ab dem Anmeldetag, Gebrauchsmuster gelten für maximal zehn Jahre, Muster maximal 25 Jahre. Eine Ausnahme stellt der Schutz von Marken dar, der unbegrenzt für jeweils weitere zehn Jahre verlängert werden kann.

Konsumentenausgabe Lust aufs Land, 7.06.2016

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  • Patent: Fotolia - WoGi

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