Lebensmittel & Ernährung

Hochbetrieb im Hühnerstall


Wie der Osterhase, trotz des einen oder anderen Hindernisses, auch heuer wieder seinen Bedarf im Land ob der Enns decken wird, hat Lust aufs Land mithilfe von Experteninsidern hinterfragt. 

Jedes Jahr zur Osterfeier stiehlt der Hase dem Huhn die Eier“ so könnte sich das Osterszenario in Kinderköpfen abspielen. Schließlich sind es die heimischen Legehennen und wohlgemerkt nicht die Feldhasen, die zu dieser Zeit auf Hochtouren arbeiten. Doch nicht nur jetzt sind die Hennen fleißig wie noch nie. 248 Eier verzehrt jeder Österreicher durchschnittlich pro Jahr. „Damit ist der Ei-Konsum in den vergangenen Jahren stark gestiegen“, weiß Geflügelexperte Martin Mayringer von der Landwirtschaftskammer Oberösterreich. Grund dafür könnte der Trend hin zur proteinreichen Ernährung sein, aber auch die vermehrt auftretenden Flexitarier nennt Mayringer als Ursache für den Anstieg des Ei-Verzehrs. Das Auftreten der Vogel­grippe, die Zurückhaltung von Bäuerinnen und Bauern in Sachen Stallbau aufgrund zu hoher Investitionskosten und der steigende Verbrauch führten bereits zur Sorge rund um das Thema ausreichender Eiervorrat zu Ostern. 

Kein Grund zur Sorge im Land

Hierzulande ist man laut Mayringer in Sa­chen Angebot aber gut abgesichert: „Die bäu­erlichen Betriebe im Land sind klein strukturiert und daher auch stark verstreut. In Län­dern wie den USA arbeitet die Eierbran­che indust­riell. Das sind Riesenkon­zerne, da hat die Vogelgrippe natürlich eine ganz ande­re Auswir­kung, wenn es einen Betrieb trifft“, betont der Experte weiters. Grund zur Sorge für leere Eier-Supermarktregale wo man übrigens auch bei gefärbten Eiern hauptsächlich nur noch Eier mit AMA-Gütesiegel, also heimische und keine ausländische Ware findet brauche man daher nicht zu haben. Dies be­stä­tigt auch Landesrätin Michaela Langer-Weninger: „Unsere Bäuerinnen und Bauern pro­du­zieren auf Hochtouren der Osterhase wird also überall gut gefüllte Nester hinterlassen.“ 

Die Bäuerinnen und Bauern verwenden vorrangig die Hybridrasse „Lohmann Brown Classic-Legehenne“ für die Eierproduktion. Diese werden von einem deutschen Konzern gezüchtet und in über 100 Länder geliefert. 


Die befruchteten Eier werden bebrütet. Daraus schlüpfen die Legehennenküken. Aus circa jedem zweiten Ei schlüpft ein männliches Küken, das sich nicht zum Eierlegen eignet. Seit 2022 darf hierzulande aber kein Küken mehr getötet werden. 


Noch am ersten Lebenstag werden die weiblichen Tiere auf einen Junghennenaufzuchtbetrieb gebracht und dort 18 Wochen lang aufgezogen. Danach übersiedeln sie zum Legehennenhalter. 

Im Land ob der Enns leben etwa 1,25 Millionen Legehennen, davon die meisten in Bodenhaltung, gefolgt von Freilandhaltung und Biohaltung. Die Käfighaltung ist österreichweit seit 2009 verboten. 

Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern sind die Betriebe hierzulande bäuerlich und klein strukturiert. Circa 10.000 Legehennen leben durchschnittlich auf einem Betrieb. In Polen gibt es hingegen zum Beispiel Betriebe mit bis zu 1,5 Millionen gehaltenen Tieren. Weltweit einzigartig ist auch, dass sich die Branche in Österreich auf gentechnikfreie Fütterung der eierlegenden Hennen geeinigt hat.

Die EU-weite Einzel-Ei-Kennzeichnung schreibt vor, dass jedes Ei durch einen Stempel gekennzeichnet sein muss. So gibt die erste Zahl etwa die Haltungsform der Eier an. Der Ländercode („AT“ für Eier aus Österreich) gibt zudem Auskunft über die Herkunft. Die Betriebsnummer macht weiters klar, von welchem Hof das Ei stammt. 


Zu Ostern werden verstärkt gefärbte Eier im Lebensmitteleinzelhandel nachgefragt. Die schützende Lackschicht, die gekaufte Eier haben, verschließt die Poren und sorgt dafür, dass Keime weniger leicht eindringen – dies verlängert die Haltbarkeit. 

Doch egal ob gefärbt oder nur gekocht Eier sind ein fixer Bestandteil der Ernährung und stecken voll gesunder Inhaltsstoffe. So enthält das Ei bis auf Vitamin C alle lebensnotwendigen Nährstoffe. 

Bildquellen

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  • small chicks drinking water in industrial chicken breeding farm: korhan oztunc - stock.adobe.com
  • Coole braune Hühner im geöffneten mobilen Hühnerstall, Nahaufnahme.: Countrypixel - stock.adobe.com
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  • Osterzeit – gefärbte Eier im Karton: jd-photodesign - stock.adobe.com
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  • Huhn mit Ostereiern: Szasz-Fabian Jozsef - stock.adobe.com