F(r)isch verliebt

REPORTAGE. Ob roh, gekockt, gebacken oder geräuchert – nicht nur jetzt zu Weihnachten kommt gern Fisch auf den Tisch. Damit der Wasserbewohner auch mundet, achten die bäuerlichen Fischproduzenten auf eine artgerechte Haltung.

Frische Fische von Bauer Fritz stehen für Qualität, Regionalität, Nachhaltigkeit und ressourcenschonende Wirtschaftsweise. Wer also seinen Lieben zu den bevorstehenden Festtagen etwas Gutes tun will, greift zu Fisch aus heimischer Landwirtschaft. Insgesamt 482 Betriebe in Österreich widmen sich der Aquakultur, also der Fischzucht mit dem Ziel der Produktionssteigerung. Erreicht wird dies durch den Eingriff in den Wachstumsprozess etwa mittels Fütterung, Schutz vor natürlichen Feinden oder regelmäßigen Besatz. Neben viel Know-how erfordert diese Produktionssparte vor allem Zeit.

Teich

Fischerzeugende Betriebe können in Vollbetriebe und „Mastbetriebe“ unterschieden werden. Der Unterschied: Erstere ziehen die Fische nicht nur heran und mästen sie, sondern vermehren sie auch.

Speisefisch

60 heimische Fischarten gibt es, aber nur einige von ihnen werden als Speise- fische gezüchtet.

Fischotter

Neben der Erwärmung der Teiche stellt vor allem der Fischausfraß durch Kormoran, Reiher und Fischotter ein Problem dar. Besonders Letzterer hat in den vergangenen Jahren massiv in den Teichen und Flüssen gewildert.

Fischen

Der Herbst ist für die Teichwirtschaft eine arbeitsintensive Zeit. Denn dann gilt es Karpfen, Forelle und Co. aus den abgelassenen Teichen mit Zugnetzen und Keschern herauszufischen. Ein Spektakel, das jedes Jahr auch viele Zuseher und Kunden anlockt (Abfischfeste).

Frischfisch

An den roten Kiemen, der feuchten glänzenden Schleimhaut, den klaren Augen und dem festen Fleisch erkennt man frischen Fisch.

Filet

Fisch enthält hochwertiges, leicht verdauliches Eiweiß, die Mangelvitamine D und B 12 sowie die viel gelobten Omega-drei-Fettsäuren. Diese verringern das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Schlag- anfälle und Demenz. Daher mindestens einmal, besser zweimal pro Woche heimischen Fisc...

Kaviar

Langweilig wird es mit Fisch nie – er kann roh, gebacken, gedünstet, geräuchert oder paniert gegessen werden. Neben dem Filet liefert Fisch aber auch noch eine andere Delikatesse, Kaviar.

Christen

Das Christentum und der Fisch sind eng miteinander verknüpft. Den Urchristen diente der Fisch sogar als Geheim- und Erkennungszeichen. Grund dafür: Die Buchstaben des Wortes Ichthys (griechisch: Fisch) erge- ben ein einfaches Glaubensbekenntnis: Jesus Christus, Gottes Sohn, der Erlöser. Daher st...

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Gut Ding braucht Weile 

Denn wenn die Fischbrut acht bis zwölf Wochen nach der Vermehrung schlüpft und zu fressen beginnt, ist sie gerade mal 0,2 Gramm schwer. Bis sie ausge­wachsen ist, vergehen weitere drei Jahre. Gezüchtet wird nur eine Hand voll der bei uns heimischen Fischrassen. Spitzenreiter ist die Regenbogenforelle, auf sie entfällt ein Drittel der österreichischen Fischproduktion. Danach kommt der Karpfen mit einem Anteil von 16 Prozent und der Bachsaibling mit 14,3 Prozent. Alle Fischrassen zusammengerechnet, ergibt sich eine Inlandsproduktion von 3900 Tonnen Speisefisch pro Jahr. Vorgenommen wird diese in drei unterschiedlichen Anlage-Typen. Bei der ursprünglichsten aller Aquakulturen, der Teichanlage, handelt es sich um angelegte, ablassbare Gewässer mit unre­gelmäßiger Wasserzufuhr. Die Durchflussanlage hingegen wird kontinuierlich von Frischwasser durchflossen. Wird das Wasser in einem Becken gesammelt und mehrfach verwendet, spricht man von einer Kreislaufanlage. Letztere findet in Österreich nur vereinzelt, bei der Produktion von Welsen, Anwendung. Der neueste Trend „Aquaponic“ verbindet die Fischzucht in Kreislaufanlagen mit dem Pflanzenbau.  

Mehr Fisch muss auf den Tisch

Weltweit werden pro Jahr und Kopf 19 Kilogramm Fisch verspeist. Herr und Frau Österreicher schaffen es gerade mal auf acht Kilogramm. Luft nach oben ist also definitiv da. Gleiches gilt für die Inlandsproduktion, denn der Selbstversorgungsgrad bei Fisch liegt bei nur sechs Prozent. Eine Steigerung wäre im Hinblick auf Umwelt, Landwirtschaft und natürlich die Gesundheit wünschenswert.

Bildquellen

  • Weihnachtskarpfen: Kjersti; VLADYSLAV DANILIN – STOCK.ADOBE.COM