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Seinen Schwarm suchen und finden

Seit über einem Jahr findet man unter www.bienenwanderboerse.at eine Online-Plattform, die im Land ob der Enns ein Netzwerk schafft und für eine fruchtbare Zusammenarbeit sorgt. 

Wer sich in den letzten zwei Jahren verliebt hat, verdankt das mehrheitlich der Suche im Internet. Die Online-Partnersuche funktioniert unkompliziert, weshalb es immer mehr Internet-Plattformen dazu gibt. Doch auch in vielen anderen Bereichen, wie etwa bei der Bienenwanderbörse die kürzlich ihren ersten Geburtstag feierte vereinfacht das Internet vieles und schafft Kooperationen. Für Agrarlandesrätin Michaela Langer-Weninger sei klar, dass diese zusammenbringt, was zusammengehört.  

Partnersuche einmal anders

Die Idee für die Online-Plattform (www.bienenwanderboerse.at), die vom Bienenzentrum Oberösterreich initiiert wurde, ist einfach, aber wirkungsvoll: Bäuerinnen und Bauern oder andere Flächeneigentümer wie Gemeinden oder Unternehmen bieten ihre Ackerkulturen, Wiesen, Brachflächen, Obstgärten oder Wälder als Bienenweiden an, während die Imkerschaft nach passenden Wanderstandplätzen für ihre Bienenvölker sucht. Seit dem Start haben sich bereits zahlreiche Imker sowie Landbesitzer auf der Bienenwanderbörse registriert.  

„Win-win-Situation“ für alle

Bienen, Biodiversität aber auch die landwirtschaftliche Produktivität profitiere von dem innovativen Projekt: „Die Bienenwanderbörse ist ein Beispiel dafür, wie konstruktive Zusammenarbeit zu positiven Veränderungen im Miteinander von unterschiedlichen landwirtschaftlichen Erwerbszweigen sowie unserer Umwelt führen kann“, so Petra Hasl-grübler, Leiterin des oberösterreichischen Bienenzentrums. Der wirtschaftliche Wert der Bestäubung durch Insekten für Österreich lag von 2012 bis 2022 circa im Mittel zwischen 150 und 600 Millionen Euro pro Jahr. 

So funktioniert die Plattform

Die Resonanz zur Funktionsfähigkeit der Plattform sei sehr positiv. So schildert Imker Michael Orosz aus Ohlsdorf seine Erfahrung: „Die Bienenwanderbörse funktioniert für mich einwandfrei. Die Trachtquellen sind übersichtlich dargestellt, Sperrgebiete sind auf der Landkarte eingezeichnet und die Abmachung mit meinem Landwirt Jakob Lang war schnell erledigt.“ Auch Lang sei mit der Online-Plattform von Anfang an gut zurechtgekommen: „Die Bienenwanderbörse ist simpel aufgebaut“, schwärmt der Landwirt. Weiters freut er sich, dass auf seinem Betrieb nun sechs Bienenvölker ihre wertvolle Arbeit leisten: „Dadurch ist die Bestäubung unserer Obstbäume garantiert und auch für die Ackerkulturen ist es von Vorteil.“ 

Es haben sich bereits 84 Nutzer auf der Online-Plattform www.bienenwanderboerse.at registriert. Darunter sind 55 Prozent Imker, die einen Wanderstandort suchen, und 45 Prozent Landbesitzer, die einen Platz für Bienen zur Verfügung stellen.   

Als Wanderstandorte kommen größere Flächen infrage, auf denen landwirtschaftliche Kulturen angebaut werden, die für Honigbienen ein attraktives Nektar- und Pollenangebot darstellen. Auch Waldgebiete können als Wanderstandorte angeboten werden.

Die bisher am häufigsten auf der kostenlosen zur Verfügung gestellten Webseite der Bienenwanderbörse eingetragenen Kulturen sind Raps (30 Prozent), Sojabohne (22 Prozent), Kürbis (15 Prozent) und Streuobstwiesen (circa 14 Prozent). 

Wirtschaftlicher Wert der Bestäubung
wichtiger Kulturen in Österreich von 2012 bis 2022, Angaben in %

Die Kulturen, bei denen der Gesamtwert der Insektenbestäubung am höchsten ist, sind der Apfel (ca. 50 bis 190 Mio. Euro pro Jahr)
und der Ölkürbis (ca. 30 bis 100 Mio. Euro pro Jahr).

Bildquellen

  • Beekeeper holding a honeycomb over the hive: contrastwerkstatt - stock.adobe.com
  • Bee apiary in open space. Generative AI: Artsiom P. (Generative KI) - stock.adobe.com
  • Bienengrafik_Zeichenflaeche-1: tatistik Austria, Grüner Bericht, Michael Rubinigg; Grafik: Lustaufsland
  • RTC25LAL014-015: MclittleStock , Płotnikow, exclusive-design, ksl , La Famiglia - Stock.Adobe.com; REPRO: Fleischanderl/LustaufsLand