Erdäpfel sind mehr als nur eine Beilage

Die Erdäpfel sind ein täglicher Begleiter auf den Speisetellern. Oft sind sie die klassische Beilage zum Fleisch. Jedoch hat die Knolle viel mehr Beachtung verdient. Der hohe Nährwert, die vielfältige Zubereitung und die große Sortenvielfalt machen den Erdapfel zu einem sehr wertvollen Lebensmittel. Immer mehr Anhänger finden auch die exotischen Süßerdäpfel.

Auf den Geschmack kommen

Beim Wein werden gerne die Geschmacksvielfalten beschrieben. Jedoch auch bei Erdäpfeln schmeckt man den Unterschied zwischen den Sorten. Es gibt geschmacklich milde und würzige Sorten mit verschiedenen Aromen wie buttrig, nussig, erdig, fruchtig und feinsäuerlich.

Schwemmland-Böden und Granitböden geben dem Erdapfel einen würzigeren Geschmack. Schwemmland-Böden findet man in Oberösterreich entlang der Donau, des Inns und der Traun; Granitböden im Mühlviertel und im Sauwald.

Mehr Farbe auf dem Teller

Auf südamerikanischen Märkten kann man die Farbenvielfalt bei Erdäpfeln bewundern. In den heimischen Regalen gibt es meist nur gelbfleischige Sor­ten. Jedoch ist die Farbpalette umfangreich: rosa, rote, blaue, violette und zweifärbige Sorten sprechen nicht nur das Auge an, sondern wirken auch positiv auf die Gesundheit. Der natürliche Farbstoff schützt vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die berühmteste Sorte ist die 160 Jahre alte violett-weiß marmorierte Sorte Vitelotte, auch französische Trüffelerdäpfel genannt.

Verschiedene Typen

Beim Kauf steht man vor der Entscheidung, welcher Kochtyp sich für die jeweiligen Speisen eignet. Festkochende „speckige“ Erdäpfel bleiben beim Kochen fest. Jedoch sind sie für die Verarbeitung zu Teig, Käse oder Püree nicht geeignet.

Oft lesen wir beim Kochtyp „vorwiegend festkochend“. Diese Bezeichnung verwirrt, denn damit sind Sorten gemeint, die einen mehligeren Charakter haben. Somit passen diese Sorten auch für die Verarbeitung zu Teigen, Püree und Suppen.

Mehlige Sorten haben einen hohen Stärkegehalt. Bei der Zubereitung mit Druck-Kochtöpfen und beim Kochen im Wasser ist die Gefahr groß, dass die Knol­le zerfällt. Vorwiegend fest­kochen­de Erdäpfelsorten überstehen auch diese intensiven Zubereitungsmethoden. Die optimale Zubereitung ist das Dämpfen: Dabei bleiben auch mehlige Erdäpfel in Form.

Neue Versuchung

Vor einigen Jahren waren die Süßerdäpfel nur Gourmets bekannt. Mittlerweile bekommt man die süßen Knollen in vielen Geschäften. Der hohe Nährwert macht unter den Ernährungsbewussten die Süßerdäpfel zum Geheimtipp. Bei der Zubereitung gibt es nicht viele Unterschiede zu den heimischen Erdäpfeln. Die Knollen der Süßerdäpfel kön­nen jedoch auch roh gegessen werden.

Die rund-ovale Form ist zwar unserem Erdapfel sehr ähnlich, jedoch ist die Schale rot und das Fruchtfleisch meist orange. Sie punkten vor allem mit ihrem hohen Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen, welche die Zellen schützen.

Für das amerikanische Wissenschaftszentrum CSPI ist der Süßerdapfel bei Nährstoffgehalt und Verteilung das wertvollste Lebensmittel der Welt, knapp gefolgt vom Erdapfel. Die Süß­erd­äpfel kamen bislang ausnahmslos aus tropischen Ländern, meist aus Amerika. Ab Mitte September können die oberösterreichischen Konsumenten eine Überraschung erleben. Erstmals gibt es Süßerdäpfel von Eferdinger Fel­dern auch in den heimischen Geschäften. Die Eferdinger Landl-Erdäpfelbauern machen Oberösterreich somit zum nördlichsten Anbaugebiet der Welt.

Oberösterreich ist übrigens Europameister der Erdäpfel-Sortenvielfalt. 80 verschiedene Sorten mit vielen Far­ben, Geschmacks- und Aromanuancen wachsen auf den heimischen Feldern. Ein Grund mehr den Knollen auf unseren Tellern wieder mehr Beachtung zu schenken.

Manfred Schauer, Obmann der Erzeugergemeinschaft Eferdinger Landl- Erdäpfel

Konsumentenzeitung Lust aufs Land, 25.08.2015

Bildquellen

  • Erdäpfel: Fotolia – karepa

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