Kinder & Freizeit

Lernen in der Backstube

KINDER. Die Vorweihnachtszeit eignet sich perfekt dafür, um Kinder in die Küche zu bitten und ihnen ein bisschen Lebensmittel-Wissen näherzubringen.

Die Weichen für ein gesundes Ernährungsverhalten werden schon in der Kindheit gestellt. Um das Interesse dafür zu wecken, empfiehlt es sich, den Nachwuchs beim Kochen und Backen mithelfen zu lassen. 

Die Vorweihnachtszeit eignet sich perfekt, um Kinder in die Küche zu locken. Kekse, Kipferl, Busserl und allerlei süße Verzierungen sind Argument genug für die kleinen Helfer. „Beim Backen mit Kindern sollten alle Zutaten schon griffbereit sein, die Kinder dürfen dann aber beim Abwiegen und Vermischen mithelfen, sodass sie wirklich auch von Anfang an dabei sind“, sagt Seminarbäuerin Manuela Schneiderbauer, die regelmäßig Koch- und Backkurse mit Kindern leitet. Sie rät, Kinder schon früh daheim mithelfen zu lassen. „Achtjährige, die noch nie ein Ei aufgeschlagen haben, das kommt immer wieder vor, auch bei uns am Land“, erzählt Schneiderbauer. Problematisch sei, wenn die Eltern selbst wenig  Zugang zum Kochen haben. „Viele sind berufstätig und haben keine Zeit oder wollen sich keine Zeit dafür nehmen“, sagt Schneiderbauer.

Manuela Schneiderbauer, Seminarbäuerin:

„Das gemeinsame Backen in der Vorweihnachtszeit gehört auch zum Brauchtum.“

Kinder an den Herd

Dabei lassen sich Kinder rasch begeistern, wenn man sie nur lässt. Dass das Wirken der jungen Nachwuchsbäcker in der Küche deutliche Spuren hinterlässt, dürfe nicht als Problem gesehen werden: „Das gehört dazu, darauf muss man sich einlassen“, sagt die dreifache Mutter. Parallel zum Kneten und Ausstechen lässt sich ein bisschen Lebensmittel-Wissen vermitteln. Woher kommen die Eier? Wie schaut Vollkorn-Mehl aus? Auch Themen wie Regionalität oder Saisonalität und warum diese wichtig sind lassen sich Kindern schon gut vermitteln.

Wer mit seinen Kindern gemeinsam Weihnachtskekse bäckt, produziert zudem schöne Erinnerungen. „Außerdem kann man später einmal auch nur das weitergeben, was man selber kennengelernt hat. Das Backen in der Vorweihnachtszeit gehört ja auch zum Brauchtum“, sagt Schneiderbauer. 

Tipps für Daheim

  • Alles gut vorbereiten: Kinder wollen gern sofort loslegen, daher alle Zutaten griffbereit halten.
  • Einfach Spaß haben: „Fehler“ sind erlaubt, es darf auch einmal etwas schiefgehen.
  • Zutaten kosten lassen: Kinder sollen lernen, wie Lebensmittel schmecken, riechen, sich anfühlen
  • Selber machen: Das Erfolgserlebnis ist größer und die Freude am Backen steigt, wenn Kinder möglichst viel selber machen dürfen.
  • Rezepte aussuchen lassen: Wenn Kinder entscheiden dürfen, sind sie noch lieber dabei.
  • Es gibt für alle Hände etwas zu tun: kleinere Kinder können etwa kleine Teigteile kneten, Kekse ausstechen und verzieren.
  • Verkosten: Die selbst gemachten Leckerbissen müssen auch gemeinsam verkostet werden.

Kinderkochkurse
Ob Kochkurse für Erwachsene, spezielle Kinderkochkurse oder Workshops für Schulen, das vielfältige Angebot der Seminarbäuerinnen bietet für jeden Geschmack etwas. www.seminarbaeuerinnen-ooe.at

Beim Backen auf die schnelle anstatt auf die traditionelle Art zu setzen und zum fertigen Keksteig aus dem Supermarkt zu greifen ist keine gute Idee. Hochverarbeitete Zutaten und Zusatzstoffe werden nämlich mit der backfertigen Ware mitgekauft, etwa Emulgatoren, Feuchthalte- und Antioxidationsmittel. Der Teig soll schließlich lange haltbar sein und fest binden. Aus ernährungsphysiologischer Sicht sind Aromen besonders kritisch zu betrachten, vor allem für Kinder. In jungen Jahren wird schließlich das Geschmacksempfinden geprägt. Kinder, die viele  aromatisierte Produkte essen, werden von den künstlichen Geschmäckern vereinnahmt, die körpereigene Regulation kommt durcheinander. 

Selbst wenn das Einordnen in die Schubladen „gesund“ und „ungesund“ vor dem weihnachtlichen Keksteller ohnehin nicht angebracht ist, so sollte man als Konsument trotzdem nicht beide Augen zudrücken und beim Kauf von Fertigteigen das Kleingedruckte auf der Verpackung ignorieren. Außerdem: Wer schon einmal Weihnachtskekse selbst gemacht hat, der weiß ohnehin, dass das Zubereiten des Teiges im Vergleich zum Ausstechen, Backen und Verzieren den weitaus geringeren Zeitaufwand bedeutet. 

Zuletzt gilt: Wer Kekse isst, sollte diese einfach nur genießen. Begriffe wie „sündigen“ und dergleichen haben in diesem Zusammenhang nichts verloren – erst recht nicht in der Gegenwart von Kindern.  

Erfolgsautorin Christina Bauer stellt im Buch „Kinder backen mit Christina“ 30 Rezepte vor, die sicher gelingen. Dazu gibt es Geschichten rund um den Bauernhof. Das Buch (Verlag Löwenzahn) ist unter ISBN 978-3-7066-2679-8 zum Preis von 26,90 Euro im Buchhandel erhältlich. 

Mehr als 70 Rezepte für Kekse, Brote, Stollen und Striezel umfasst „Weihnachten mit Christina“. Es kommt ebenso aus dem Verlag Löwenzahn und ist unter ISBN 978-3-7066-2696-5 zum Preis von 29,90 Euro erhältlich.

Bildquellen

  • Schneiderbauer Manuela (4): Privat
  • Backen: mikhail–kayl - stock.adobe.com