Wie die Milch ins Packerl kommt

MACHEREI. Tag für Tag erzeugt und verarbeitet die heimische Milchwirtschaft unter Einhaltung strengster Hygiene- und Sicherheitsvorschriften Milch und Milchprodukte.

Milchwirtschaft ist die Lebensgrundlage für viele Bäuerinnen und Bauern. Die bäuerlichen Familienbetriebe sind im internationalen Vergleich klein strukturiert und wirtschaften vergleichsweise extensiv. Der Durchschnitt der oberösterreichischen Milchbetriebe hält 21 Milchkühe. Kurze Transportwege und rasche Weiterverarbeitung in den Molkereien garantieren den Erhalt von Geschmack und Inhaltsstoffen der Milch. Eine Kuh liefert im Schnitt 25 Liter Milch pro Tag. Gemolken wird zweimal täglich entweder mittels Melkmaschine oder Melkroboter. Im Durchschnitt gibt eine heimische Kuh circa 7700 Kilo Milch pro Jahr, wobei zu Beginn der Laktation die Milchmenge höher ist als gegen Ende hin. Diese Milch enthält durchschnittlich circa vier Prozent Fett und 3,5 Prozent Eiweiß. Die gemolkene Milch wird noch am Bauernhof in einem Milchtank gesammelt, auf vier Grad Celsius abgekühlt und so zur Lieferung an die Molkerei vorbereitet. Die Abholung der gekühlten Milch erfolgt durch einen Milchsammelwagen. Die Tankzüge fassen bis zu 24.000 Liter. Bevor die Rohmilch aus den Kühltanks des Milcherzeugers in den Sammelwagen geleitet wird, werden Menge und Fettgehalt jeder Milchpartie gemessen sowie Qualitätsproben entnommen. Danach geht es in die Molkerei.

Die Herstellung von Frischmilch erfolgt sehr schonend und wird streng kontrolliert. Verschiedene Proben garantieren, dass nur einwandfreie Milch für die Weiterverarbeitung verwendet wird. In der Molkerei wird die angelieferte Milch zu allererst auf ihre Qualität hin überprüft. Erst dann beginnt die Verarbeitung. 

Im Separator (Zentrifuge) wird die Milch „geschleudert“ und so in Magermilch und Rahm (Fettanteil) getrennt. Später wird der gewünschte Fettgehalt der Milch festgelegt und der Magermilch wieder eine entsprechende Menge an Rahm zugemischt. Gesetzlich vorgeschrieben ist die Erhitzung der Milch (Pasteurisieren) für circa 15 Sekunden auf 72 Grad. Dabei werden eventuell vorhandene Krankheitserreger abgetötet. Zudem wird dadurch die Haltbarkeit der Milch erhöht. Diese schonende Wärmebehandlung garantiert den Erhalt der vielen Vitamine und Nährstoffe in der Milch. Der Lebensmittelhandel wird täglich mit Frischmilch beliefert. Diese muss dabei stets gekühlt bleiben, da die Kühlkette nicht unterbrochen werden darf.

Gentechnikfrei

In Österreich erzeugtes Tierfutter ist immer gentechnikfrei produziert. Werden Futtermittel importiert, so müssen diese ebenfalls diesem Produktionsstandard entsprechen. Das betrifft sämtliche landwirtschaftliche Bereiche, vom Futter bis zum Tier. Milch, die ein österreichischer Bauer oder Bäuerin herstellt und die in Österreich verarbeitet wird, ist somit garantiert gentechnikfrei. 

Zum Beitrag „Von der Kuh ins Glas“

Bildquellen

  • Milchkuh: Adobestock - HappyAlex